Viel Lärm um fast nichts?

Wie erwartet senkt die Fed die Leitzinsen. Die Märkte zeigten sich enttäuscht. Das sagt so einiges aus über den Markt.

Wie erwartet hat die US-Notenbank (Fed) in ihrem Juli FOMC-Meeting die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf einen Zielkorridor von 2,00-2,25 Prozent gesenkt. Das war's aber dann auch schon fast an kommentierungswerten Neuigkeiten. Bis vielleicht auf die Tatsache, dass die Fed ab 1. August auf eine weitere Bilanzreduktion verzichtet, wie wir ebenfalls bereits angenommen hatten. 

Interessanterweise stimmten zwei der Gouverneure gegen eine Änderung und keiner der Beteiligten für mehr als die besagten 25 Basispunkte. Letzteres war mit Sicherheit eine Enttäuschung für so manchen Marktteilnehmer. Was vielleicht mehr über die Marktteilnehmer als über die Fed selbst aussagt.

Lange wurde über die letztendliche Rechtfertigung für einen Zinsschritt, und die damit einhergehende "Forward Guidance" (Hinweise in Bezug auf zukünftige Leitzinsanpassungen), spekuliert. Ursprüngliches Argument war die Strategie, das Wirtschaftswachstum gegen negative Einflüsse, resultierend aus Handelskrieg und schwächelnder globaler Aktivität, zu versichern. In den letzten Wochen gewann jedoch das Argument, dass niedrigere Zinsen strukturell ohnehin angebracht seien, mehr und mehr an Bedeutung.

In der Pressekonferenz war letztendlich für jeden etwas dabei. Der heutige Zinsschritt sei lediglich eine Versicherung gegen externe Einflussfaktoren, eine Adjustierung der Geldpolitik also, wie sie mitten im Zyklus nicht unüblich wäre. Grundsätzlich werde man weiterhin sämtliche volkswirtschaftliche Daten und globalen Entwicklungen genau beobachten. Fed-Präsident Jerome Powell war also redlich bemüht, sich ebenso gegen Kritik zu wehren, die Fed wäre nicht unabhängig, als auch den Märkten zu vermitteln, dass eine weitere Lockerung maßvoll und garantiert nicht garantiert ist.

Ein Blick in die Vergangenheit hilft: Zuletzt senkte die Fed die Leitzinsen im Dezember 2008 – zu der Zeit, als Präsident Barack Obama gerade sein neues Kabinett zusammenstellte. Negative Zinssätze galten damals als theoretisches Konzept, dem selbst Wirtschaftsweise wenig abgewinnen konnten. Vielleicht lässt sich die Zinssenkung daher eher als Versicherung gegen einen derartigen Ausblick einordnen.

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Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; 31.07.2019
CRC 069529 (08/2019)

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