Handelskriegsopfer

Chart of the Week

Handelskrieg zwischen den USA und China setzt den US-Sojabauern stark zu.

Im Zuge der letzten Monate hat sich der Handelskonflikt, bei dem anfangs ausgewählte Waren wie Waschmaschinen, Solarmodule und Aluminium im Fokus standen, zu einem veritablen Handelskrieg ausgeweitet. Zunehmend gerieten weitere Güter in den Fokus und aktuell steht die Drohung im Raum, dass alle chinesischen Exporte in die USA mit Strafzöllen belegt werden. Nachdem wesentlich weniger Güter in umgekehrter Richtung aus den USA nach China unterwegs sind, war es für das Reich der Mitte schwierig, darauf allein mit Zöllen zu reagieren.

Aber auch in Peking fand man Wege, den USA erheblichen Schmerz zuzufügen. So begann China, seinen Bedarf an Sojabohnen nicht mehr aus den USA, sondern aus anderen Quellen zu beziehen. Wie unser "Chart of the Week" zeigt, gingen die US-Exporte von diesem Rohstoff nach China um satte 80 Prozent zurück. "Kein Wunder, dass die Landwirte in den USA leiden, erst recht, wo sie aktuell noch von schlechten Wetterbedingungen heimgesucht werden", erklärt Darwei Kung, Head of Commodities bei der DWS.

Alle Augen richten sich jetzt auf beide Präsidenten. Ein Treffen im Rahmen des G20-Gipfels in Osaka wurde angekündigt, auf dem nun hohe Erwartungen liegen. Hoffen wir, dass die Präsidenten Trump und Xi Wege zu einer Deeskalation des Streites finden werden. Falls dies nicht gelingt, könnte sich der wirtschaftliche Schmerz auch auf andere Sektoren der US-Wirtschaft und darüber hinaus ausweiten.

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 01.06.2019

* gleitende 12-Monats-Summe

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