06. Aug 2021 ESG

Von Opfern zu ökologischen Wächtern

Der Tag der indigenen Völker mahnt zum Nachdenken, wie indigene Gemeinschaften als Hüter von Artenvielfalt, Natur und Weltklima stärker unterstützt werden können.

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Am 9. August ist Tag der indigenen Völker.[1]

Dies bezieht sich auf Nachkommen derer, die vor der Kolonisation in einem bestimmten geographischen Gebiet lebten und ihre eigenen sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Praktiken nach wie vor beibehalten haben. Hoffentlich wird der Tag das Bewusstsein für die Probleme schärfen, mit denen sich die fast 500 Millionen indigenen Menschen in 90 Ländern konfrontiert sehen.

Unser Chart der Woche zeigt, dass indigene Völker trotz ihrer geringen Bevölkerung einen hohen Grad an Armut aufweisen, aber auch eine wesentliche Rolle bei der Sicherung von Ökosystemen spielen.

Auf Sektorenebene spielt das Thema vor allem im Bergbau, Öl und Gas, Pipelines und Übertragungsleitungen, Großbau, Forstwirtschaft, Pharma und Biotechnologie eine wichtige Rolle. Allerdings sind Unternehmen, die versuchen, negative Auswirkungen auf indigene Gruppen zu minimieren, eher die Ausnahme.[2] Interessenskonflikte zwischen indigenen Völkern und Unternehmen (wie auch deren Kapitalgebern) sind häufig. Die US-Dakota-Access-Pipeline ist ein gutes Beispiel dafür.[3] Die UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker räumt indigenen Gruppen ein spezifisches Recht auf freie, vorherige und in Kenntnis der Sachlage erteilte Zustimmung bei solchen Projekten ein. Das soll solchen Gemeinschaften auch ermöglichen, ihre Zustimmung in jeder Phase einer Entwicklung zu widerrufen.[4]

Gute Neuigkeiten sind, dass die DWS-CREATE-Umfrage ergab, dass sich Investoren zunehmend auf soziale Themen konzentrieren: 63% der befragten Vermögensinhaber gaben vor, dass sie ihre Manager nach ihren Bemühungen um soziale Themen auswählen. Dazu zählen Belange, die Mitarbeiter eines Unternehmens, lokale Gemeinschaften, Lieferanten und Aktionäre betreffen. Für verschiedene Unternehmen indigene Völker sind Teil all dieser Gruppen.

Eine stärkere Beteiligung indigener Bevölkerungsgruppen an der wirtschaftlichen Entwicklung und die faire Aufteilung der Gewinne daraus können für beide Seiten Vorteile schaffen. Wie ein Experte kürzlich formulierte: „Die Zukunft unseres Planeten liegt in der indigenen Lebensweise auf der Erde“.[5] Die indigenen Völker in Australien, Brasilien und Namibia sind nur einige Beispiele dafür, wie Gemeinschaften wichtige Ökosysteme besser verwalten können als mit ansonsten gängigen, betriebswirtschaftlichen Praktiken.[6] Das Ermöglichen einer besseren Zukunft für indigene Völker ist deshalb entscheidend für den Schutz unseres Klimas und der biologischen Vielfalt.

Eine Erde scheint nicht genug

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1. https://www.un.org/en/observances/indigenous-day

2. CDC Group https://toolkit.cdcgroup.com/esg-topics/indigenous-peoples/

3. https://theintercept.com/2021/07/07/line-3-pipeline-minnesota-counterinsurgency/

4. UN Human Rights Office of the High Commissioner, August 2018 www.ohchr.org/EN/Issues/IPeoples/EMRIP/Pages/StudyFPIC.aspx

5. Jon Waterhouse, Indigenous Peoples Scholar at the Oregon Health and Science University, quoted in National Geographic, November 2018. www.nationalgeographic.com/environment/article/can-indigenous-land-stewardship-protect-biodiversity

6. Corrigan et al. September 2018 Biological Conservation. www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0006320718306700?via%3Dihub

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