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Brasilien zwischen Zinsdruck und Hoffnung

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Inflation
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19.12.2025

Die brasilianische Zentralbank bleibt restriktiv. Strukturreformen nach den Wahlen könnten das Potenzial des Landes entfesseln.

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Brasilien ist das Land der Zukunft – und wird es auch immer bleiben. Diese fast sprichwörtliche Redewendung unter Brasilianern beschreibt das vergangene Jahrzehnt ganz gut. Die politischen Prioritäten von 2014, als Dilma Rousseff knapp wiedergewählt wurde, sind bis heute noch erschreckend aktuell.[1] Rechtsruck 2018, Linksruck 2022 – doch echte Strukturreformen, die nachhaltiges Wachstum bringen, blieben aus. Mit den Präsidentschaftswahlen 2026 rückt nun eine seltene Chance näher, diverse Bremsklötze für langfristige wirtschaftliche Fortschritte endlich anzugehen.

Unser Chart of the Week verdeutlicht dies. Der Leitzins, in Brasilien als Selic bekannt, liegt seit 2022 deutlich über der Gesamt- und Kerninflation. Für Anleger ließe sich das als Zeichen deuten: Die Zentralbank agiert unabhängig, versucht die Erwartungen stabil zu halten und stemmt sich gegen den Preisdruck vor allem im Dienstleistungssektor. Aber die nun schon lange hohen Zinsen werfen auch Fragen nach den strukturellen Schwächen im brasilianischen Rechts- und Finanzsystem auf.

Gesetzlich verpflichtende Ausgabenindexierung, zahllose Steuerprivilegien sowie subventionierte Kredite schwächen die geldpolitische Steuerung. Das Copom, das geldpolitische Komitee der Zentralbank, muss daher die Zügel tendenziell länger als in anderen Ländern straff halten – während politisch gut vernetzte Platzhirsche oft geschützt werden. Hohe Steuern, Bürokratie und teure Vertragsdurchsetzung verschärfen die daraus entstehenden Probleme, insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe. Wer die Etablierten schützt, erstickt leicht Innovation, Gründungen und Wettbewerb. Doch: Die Bereitschaft zur Veränderung wächst, quer durch die Parteien.[2] Hoffnung machen Initiativen zur Effizienzsteigerung staatlicher Behörden, die neue Mindestlohnregel mit Obergrenze und Versuche, zweckgebundene Kredite einzudämmen. Entscheidend bleibt aber die Umsetzung.

Die Wahlen im kommenden Jahr bringen wohl Volatilität, Wahlkampftricks und Unsicherheit – aber auch die seltene Chance auf einen neuen politischen Auftrag. Investoren werden auf glaubwürdige Zusagen zu Haushaltsdisziplin und sonstige Reformpläne achten, die Prozesse beschleunigen und Kosten senken könnten. Die jüngsten Daten stimmen vorsichtig optimistisch: Die Gesamtinflation ist wieder im Zielkorridor, die Erwartungen bessern sich. Dennoch hält das Copom den Selic-Zins im Dezember bei 15,00 % und bleibt restriktiv.[3]

„Bislang hat die brasilianische Zentralbank bewiesen, dass sie unbeirrt an der Inflationsbekämpfung festhält – trotz politischem Druck und der Nähe von Gouverneur Galípolo zu Präsident Lula“, sagt Yi Li-Hantzsche, Analystin für Schwellenländer bei DWS. „Mit konstruktivem Wahlausgang und glaubwürdigen Reformen könnte Brasilien endlich niedrigere Zinsen erreichen, ohne die Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen.“

Brasiliens Zentralbank bleibt restriktiv – schwache geldpolitische Transmission als mögliche Ursache

Quellen: Haver Analytics, DWS Investment GmbH; Stand: Dezember 2025

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