Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
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05.06.2026
Die monatlichen Investment Traffic Lights bieten eine detaillierte Marktanalyse und unsere Sicht auf die Entwicklung der wichtigsten Anlageklassen.
IN KÜRZE
Müsste man sich auf eine Zahl einigen, die den Monat Mai am besten beschreibt, dann wäre es vielleicht 169 Prozent. Um so viel sind die südkoreanischen Halbleiterexporte im Vergleich zum Vorjahresmonat gewachsen. Das trug dazu bei, dass Südkorea in den vergangenen drei Monaten einen Handelsüberschuss von im Schnitt über 25 Milliarden Won (rund EUR 14 Mrd.) eingefahren hat, was sich mit vier Milliarden Won im Schnitt der vorigen zehn Jahre vergleicht. Dem lokalen Aktienindex Kospi verhalf das zu einem Plus von 28,5 Prozent im Mai (und 102 Prozent seit Jahresbeginn), womit er sich selbstredend an die Spitze der globalen oder sektoralen Indizes setzte. Weder der Nasdaq-100 (10,5 Prozent) noch der (US-lastige) Philadelphia Semiconductor Index SOX (22,2 Prozent) konnten da mithalten. Da passt es ins Bild, dass es beide Chip-Schwergewichte Samsung Electronics und Hynix just im Mai schafften, ihre Marktkapitalisierung auf über eine Billion Dollar zu hieven. Diese beiden Werte machen nun alleine über die Hälfte der Marktkapitalisierung des Kospi aus. All dies zeigt, wie stark der KI-Boom zum globalen Handel und Wachstum beigetragen hat, und wie widerstandsfähig sich die Weltwirtschaft trotz Ölschocks gehalten hat.
In Europa fährt man ein deutlich gemächlicheres Tempo – auch wegen der geringeren Präsenz im KI-Universum –, hier schaffte der Stoxx Europe 600 gerade mal ein Plus von 3,2 Prozent. Aber immerhin, auch das ein Plus, und das hätte wohl die meisten Anleger vor ein paar Monaten erstaunt, hätte man ihnen etwa Anfang April erzählt, dass die Straße von Hormus auch im Mai noch weitgehend für den Schiffsverkehr geschlossen bleiben würde. Dieses scheinbare Desinteresse des Marktes am Irankrieg könnte man mit einer Übersättigung von Nachrichten aus dem Weißen Haus erklären. Oder damit, dass die - nicht konsequent eingehaltene – Waffenruhe jetzt schon länger anhält als die vorigen Kriegshandlungen. Oder auch damit, dass bisher die großen Schreckensmeldungen über Engpässe entlang der Lieferketten, die durch die Sperrung der Straße beeinträchtigt sind, ausgeblieben sind; was nicht heißt, dass sie nicht noch kommen könnten. Auch die Unternehmenszahlen zum ersten Quartal sowie die Stimmungsindikatoren (wie Einkaufsmanagerindizes) zeigten wenig dramatisch Schlechtes. Die Führungsetagen der Ölkonzerne könnten sich langsam Sorgen machen angesichts der Leichtigkeit, mit der die Weltwirtschaft diese plötzliche Kürzung des Ölangebots bislang weggesteckt hat. Sorgenfrei sollten die Anleger aber deshalb nicht in den Sommer gehen. Zum einen bleibt es schwer vorstellbar, wie es zu einem nachhaltigen Frieden in der Region angesichts der stark divergierenden Interessen Irans, Israels und der USA kommen soll. Zum anderen dürfte der weitere Abbau kommerzieller und staatlicher Öllager im Mai mitursachlich dafür sein, dass Öl der Sorte Brent den Monat mit einem zweistelligen Minus unter der 100-Dollar-Marke je Fass beendete. Eine Dauerlösung ist dies allerdings nicht.
Mit diesen Ölpreisen können viele Unternehmen sicherlich gut leben, der weniger wohlhabende Teil der amerikanischen Bevölkerung jedoch weniger. Das zeigt sich unter anderem im Konsumentenvertrauensindex, wie ihn die University of Michigan erhebt, der auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahre 1952 gefallen ist. Der vom Conference Board ermittelte Stimmungsindex hingegen bewegt sich nicht auf historischen Tiefstwerten, was damit zusammenhängen dürfte, dass bei ihm die Frage der Arbeitsplatzsicherheit und nicht der Lebenshaltungskosten im Vordergrund steht. Zumindest endet der Monat mit deutlich niedrigeren Ölpreisen und vor allem niedrigeren Staatsanleiherenditen als Mitte Mai, wo sie sowohl im 10- wie auch im 30-jährigen Bereich langjährige Rekordmarken knackten: 30-jährige US Treasuries mit 5,18 Prozent (2007), 10-jährige Bundesanleihen mit 3,19 Prozent (2011), 10-jährige japanische JGBs mit 2,78 Prozent (1997) und nicht zuletzt 10-jährige Britische Gilts mit 5,17 Prozent als Folge erneuter Spekulationen darüber, wie lange sich der amtierende Premier noch halten werde.
Doch all das nehmen Anleger derzeit nur als Hintergrundrauschen angesichts der KI-Euphorie wahr. Dieser wird es auch bedürfen, um die anstehenden Rekord-Börsengänge (SpaceX; Anthropic, OpenAI) erfolgreich im Markt zu platzieren.
Da es sich um die Quartalsausgabe unserer Investment Traffic Lights handelt, werden wir uns auf unsere neuen 12‑Monatsprognosen konzentrieren, ergänzt um unsere neuesten taktischen Meinungsänderungen einzelner Anlageklassen.
Die Märkte sind durch das Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Inflationsdruck und zunehmenden Sorgen über das Wirtschaftswachstum gekennzeichnet, wobei der Ölpreisschock direkt in die Inflation einfließt und gleichzeitig Konsum und Investitionen zunehmend belastet. Wir erwarten, dass diese Mischung das makroökonomische Umfeld herausfordernd hält, da Investoren Inflations- und Zinsrisiken gegen mittelfristige Wachstumsfolgen und deren Implikationen für die Geldpolitik abwägen. Wir sehen das Umfeld zweigeteilt: auf der einen Seite ein starker, KI‑getriebener Impuls und auf der anderen Seite Inflation und Geopolitik, wobei es weiterhin ungewiss bleibt, wie sich die geopolitischen Brandherde letztlich entwickeln werden.
Der anhaltende Investitionszyklus im Bereich KI bleibt der strukturelle Rückenwind, der ausgewählte Sektoren und Regionen überproportional unterstützt und einen Teil der allgemeinen makroökonomischen Unsicherheit kompensiert. Gleichzeitig sind andere Marktbereiche deutlich stärker traditionellen zyklischen und zinssensitiven Dynamiken ausgesetzt, sodass wir davon ausgehen, dass die Streuung zwischen Regionen und Segmenten weiterhin ein prägendes Merkmal bleibt.
Wir erwarten in den kommenden 18 Monaten keinen größeren zyklischen Aufschwung, wobei das US‑BIP‑Wachstum für 2026 und 2027 jeweils bei zwei Prozent verharren dürfte und das globale Wachstum leicht von 3,1 auf 3,3 Prozent anziehen sollte, getragen von Japan und Europa, die beide von einem niedrigen Niveau starten (Eurozone 2026: 0,9 und Japan 0,7 Prozent Wachstum). Die Geldpolitik dürfte für den Rest des Jahres leicht restriktiv bleiben, was eine pausierende Federal Reserve (Fed) und eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni und eine mögliche weitere im Jahresverlauf bedeuten könnte.
Die Aktienmärkte dürften durch weiteres Gewinnwachstum und nicht durch eine Ausweitung der Bewertungsmultiplikatoren unterstützt werden. Der Frühsommer könnte sich für Investoren als entscheidende Phase erweisen, da Mega‑Börsengänge von Unternehmen wie SpaceX, Anthropic und OpenAI sowie Kapitalerhöhungen (etwa Alphabets jüngst vollzogene in Höhe von mehr als 80 Mrd. USD) und Anleiheemissionen die Geduld, den Optimismus und die Liquidität der Investoren auf die Probe stellen dürften.
Obwohl der Konflikt mit dem Iran in den letzten Wochen die Märkte immer weniger zu beschäftigen scheint, erwarten wir, dass er weiterhin die zentrale makroökonomische Unbekannte bleibt, da sowohl Wachstum als auch Inflation stark von seinen Auswirkungen und seiner Dauer abhängen. Insgesamt erwarten wir bis Mitte 2027 ein widerstandsfähiges, aber zunehmend differenziertes Marktumfeld, gestützt durch strukturelle KI‑Investitionen, jedoch begrenzt durch die makroökonomischen Übertragungsmechanismen höherer Energiekosten sowie eine nachlassende Konsumkraft bei Haushalten mit niedrigerem Einkommen.
Wir erwarten, dass die globalen Zinsentwicklungen weiterhin von der Spannung zwischen erhöhtem Inflationsdruck und nachlassender Wachstumsdynamik geprägt sein werden. Während Inflationsrisiken kurzfristig dominieren dürften, gehen wir davon aus, dass Wachstumssorgen im Zeitverlauf zunehmend in den Fokus rücken und den Spielraum für geldpolitische Lockerungen eröffnen werden.
Wir sehen die Geldpolitik in einer Übergangsphase: Im Euroraum erwarten wir kurzfristig eine moderat restriktivere Ausrichtung, während sich mittelfristig wieder eine lockerere Tendenz abzeichnen dürfte. In den Vereinigten Staaten gehen wir davon aus, dass die derzeit restriktive Haltung ausreichend ist und sich im kommenden Jahr Spielraum für Zinssenkungen ergeben wird.
Staatsanleihen
Nachdem die Auswirkungen von Zöllen auf die Preisentwicklung nachgelassen haben, entsteht der Inflationsdruck nun hauptsächlich durch hohe Ölpreise, wobei die Aufwärtsrisiken so lange bestehen, wie der Iran‑Konflikt anhält. Während KI‑bedingte disinflationäre Effekte eintreten könnten, dürften sie sich nur allmählich zeigen, da Automatisierung die relativen Preise typischerweise erst im Zeitverlauf senkt. Gleichzeitig beobachten wir eine Flucht in (Anleihen-) Qualität, getrieben durch idiosynkratische und geopolitische Faktoren, während Wachstum und Beschäftigung in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich nachlassen werden.
Vor dem Hintergrund beherrschbarer Inflation und nur begrenzter Zweitrundeneffekte dürfte die Fed der Unterstützung des Wirtschaftswachstums Priorität einräumen, das sich voraussichtlich in Richtung Potenzial verlangsamen sollte, während die Rezessionsrisiken begrenzt bleiben sollten. Wir erwarten daher eine niedrigere Zinsstrukturkurve, mit zwei Zinssenkungen der Fed bis Juni 2027, was den Leitzins auf 3,00–3,25 Prozent drücken würde. Taktisch sind wir Mitte Mai bei zehnjährigen US Treasuries von Neutral auf Positiv gegangen.
In Europa bleiben Inflationsrisiken tendenziell nach oben gerichtet, dürften jedoch keinen vollständigen Straffungszyklus auslösen. Wir erwarten kurzfristig zwei weitere Zinserhöhungen der EZB, die helfen dürften, die Inflationserwartungen auf niedrigem Niveau zu verankern. Danach dürfte sich die Geldpolitik allmählich in Richtung einer lockereren Ausrichtung verschieben, sobald sich die Inflation dem Ziel nähert und das Wachstum schwach bleibt. Vor diesem Hintergrund erwarten wir sinkende Renditen über die gesamte Bund‑Kurve hinweg, haben jedoch unsere Einschätzung für die 10‑ und 30‑jährigen Laufzeiten von Positiv auf Neutral angepasst, da wir glauben, dass Investoren sich vorerst weiter über Inflationsrisiken sorgen dürften.
Der Ausblick für britische Staatsanleihen ist konstruktiv, da schwächeres Wachstum, ein sich abschwächender Arbeitsmarkt und eine abwartende Haltung der Bank of England die Renditen von derzeit erhöhten Niveaus wieder drücken sollten. Die Renditen japanischer Staatsanleihen dürften allmählich steigen, da die Bank of Japan ihre vorsichtige Normalisierung der Geldpolitik fortsetzt. Wir bevorzugen das lange Ende der Zinskurve.
Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 29.05.2026
Unternehmensanleihen
In den USA erwarten wir moderat steigende Risikoaufschläge (Spreads), welche jedoch durch robustes Wachstum und günstige technische Faktoren (nachlassendes Angebot) nach oben gedeckelt bleiben dürften. Risiken ergeben sich jedoch aus einer möglichen Abschwächung des privaten Konsums, hoher Emissionstätigkeit, politischer Unsicherheit und potenziellen Disruptionen im Zusammenhang mit der Verbreitung von KI. Im Investment‑Grade‑Segment bleibt der Ausblick konstruktiv, wobei positive technische Faktoren voraussichtlich anhalten, sofern nicht ein Rückgang der Zinsen oder ein erhöhtes M&A‑getriebenes Angebot Druck nach oben ausüben. Im High‑Yield‑Bereich erwarten wir keine wesentliche Spread‑Ausweitung, solange die Märkte höhere Energiepreise absorbieren können und das BIP‑Wachstum solide bleibt.
In Europa erwarten wir, dass Investment‑Grade‑Spreads stabil bis leicht enger bleiben, unterstützt durch solide Fundamentaldaten, starke technische Faktoren und anhaltende Investorennachfrage. Auch im High‑Yield‑Segment dürften die Spreads auf engem Niveau weitgehend stabil bleiben, wenngleich die Risiken angesichts geopolitischer Unsicherheiten und erhöhter Energiepreise zugenommen haben. Aus kurzfristiger taktischer Sicht haben wir EUR IG Ende Mai von Neutral auf Positiv hochgestuft, da wir glauben, dass Investoren die Iran‑Risiken weitgehend ausgeblendet haben und sich wieder auf attraktive Gesamtrenditen konzentrieren.
Unternehmensanleiheinvestoren zeigen wenig Angst vor den Auswirkungen des Krieges – die Nachfrage bleibt robust
Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 29.05.2026
Schwellenländer
Wir erwarten, dass sich die Spreads für Staatsanleihen aus Schwellenländern bis Juni 2027 seitwärts bewegen werden. Das Umfeld bleibt geprägt von einem Spannungsverhältnis zwischen globalen Zinsbedingungen und struktureller Nachfrage. Energiepreise und Dollar‑Entwicklung bleiben die zentralen Einflussfaktoren. Auf dem aktuellen Niveau spiegeln die Spreads praktisch keine Risikoprämie für erhöhte geopolitische Risiken wider. Die Kombination aus einem weitgehend ausgewogenen fundamentalen Umfeld und zunehmend engen Bewertungen erklärt unsere neutrale Einschätzung.
Für Asia Credit erwarten wir leicht steigende Spreads, wobei die Nachfrage weiterhin durch strukturelle Kapitalflüsse und regionale Wachstumsdynamiken getrieben wird. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit von der globalen Risikobereitschaft der Anleger hoch, was das Segment anfällig für externe Schocks macht. Asia Credit notiert trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und hoher Energiepreise weiterhin nahe historisch enger Niveaus, scheint jedoch mit einer Gesamtrendite von über fünf Prozent weiterhin attraktiv für renditeorientierte Investoren. Hohe regionale Sparquoten dürften weiterhin starke technische Unterstützung liefern. Wir bevorzugen Investment Grade leicht gegenüber High Yield angesichts möglicher Volatilität.
Währungen
Wir erwarten, dass EUR/USD bis Juni 2027 1,22 erreicht. Kurzfristig gehen wir von einer seitwärts gerichteten Bewegung aus, die durch gegenläufige Effekte von Energiepreisen und Terms‑of‑Trade‑Entwicklungen bestimmt werden. Mittelfristig sehen wir jedoch strukturelle Faktoren, insbesondere fiskalische Entwicklungen und sich verschiebende Kapitalflüsse, die zu einer Abschwächung des US‑Dollars führen dürften.
Unser USD/JPY‑Ausblick deutet auf einen stärkeren Yen im mittleren Zeitraum hin, getrieben durch seine deutliche Unterbewertung, erwartete Kapitalrückflüsse japanischer Investoren und die schrittweise Normalisierung der Politik der Bank of Japan, während sich die Inflation dem Ziel der BoJ nähert. Kurzfristige Risiken durch hohe Energiepreise und wiederauflebende Carry‑Trades könnten die Währung jedoch temporär belasten. Wir erwarten einen USD/JPY‑Kurs von 145 bis Mitte 2027.
Wir erwarten, dass die Entwicklung der globalen Aktienmärkte weiterhin maßgeblich von der Dynamik im KI‑Sektor bestimmt wird. Der anhaltende Anstieg der Investitionen in Rechenkapazität und Infrastruktur bildet die Grundlage für überdurchschnittliches Gewinnwachstum in ausgewählten Sektoren. Gleichzeitig beobachten wir eine zunehmende Differenzierung zwischen Regionen und Sektoren. Während KI‑exponierte Märkte von strukturellem Wachstum profitieren, bleiben andere Bereiche stärker von makroökonomischen Faktoren abhängig.
Wir gehen davon aus, dass die Bewertungsniveaus im Technologiesektor weiterhin durch starke Gewinnwachstumsraten gestützt werden, auch wenn die Diskussion über Überinvestitionen und mögliche Exzesse an Bedeutung gewinnt. Insgesamt erwarten wir ein positives, aber zunehmend selektives Umfeld für globale Aktienmärkte, in dem strukturelle Themen wichtiger sind als makroökonomische Faktoren. Die Voraussetzungen für unsere Prognosen sind: a) eine zumindest teilweise Öffnung der Straße von Hormus innerhalb der nächsten zwei Monate, b) keine Rezession in den Industrieländern in den nächsten drei Jahren, c) 10‑jährige US‑Treasury‑Renditen unter fünf Prozent, zwei Zinssenkungen der Fed, zwei Zinserhöhungen der EZB, eine Erhöhung der BoJ um 50 Basispunkte und d) keine weitere Bewertungsausweitung in den USA, sondern eine stärkere Ausrichtung auf gewinngetriebenes Marktwachstum.
Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 29.05.2026
USA
Wir erwarten, dass der S&P 500 bis Juni 2027 8.200 Punkte erreicht. Der US‑Aktienmarkt dürfte weiterhin von der Dominanz des KI‑Investitionszyklus geprägt bleiben, der sowohl das Gewinnwachstum als auch die Kapitalallokation antreibt. Die starke Nachfrage nach Rechenkapazität und zunehmende Monetarisierung stützen die Bewertungen. Gleichzeitig bestehen Risiken in Form möglicher Überinvestitionen und einer möglichen Neubewertung der Wachstumsannahmen.
Europa
Wir erwarten, dass der Stoxx 600 bis Juni 2027 650 Punkte erreicht. Der europäische Aktienmarkt wird weiterhin durch eine Kombination aus moderatem Wachstum, höheren Inflationsrisiken und strukturellen Herausforderungen geprägt, was zu einer geringeren Dynamik im Vergleich zu den USA führt. Gleichzeitig bieten ausgewählte Sektoren Chancen, insbesondere dort, wo strukturelle Themen wie die Energiewende oder bestimmte Industriesegmente eine Rolle spielen.
Deutschland
Wir erwarten, dass der DAX40 bis Juni 2027 26.300 Punkte erreicht. Der deutsche Markt profitiert von fiskalischer Unterstützung, bleibt jedoch aufgrund seiner höheren Zyklizität und Energieabhängigkeit anfälliger für makroökonomische Schwankungen.
Schwellenländer
Wir erwarten, dass der MSCI EM Index bis Juni 2027 1.870 Punkte erreicht. Die Entwicklung in den Schwellenländern bleibt heterogen. Während Teile Asiens von strukturellem Wachstum profitieren, belasten Energieabhängigkeit und Wechselkursdynamiken andere Regionen. Die relative Attraktivität bleibt von der globalen Risikobereitschaft und den Entwicklungen des US‑Dollars abhängig. Aus taktischer Sicht haben wir EM auf Positiv hochgestuft, da die starke KI‑getriebene Nachfrage und ein begrenztes Angebot Preissetzungsmacht bei Halbleitern aus Schwellenländern erzeugen. Das höhere Indexgewicht von Halbleitern in dieser Region unterstützt die Hochstufung.
Japan
Wir erwarten, dass der MSCI Japan Index bis Juni 2027 2.660 Punkte erreicht. Der japanische Markt profitiert von strukturellen Reformen und einer schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik, bleibt jedoch sensibel gegenüber globalen Kapitalflüssen und Wechselkursbewegungen.
Sektoren
Wir haben Mitte Mai zwei taktische sektorale Änderungen vorgenommen. Wir haben den Gesundheitssektor herabgestuft, da das Gewinnwachstum seit Jahresbeginn enttäuscht hat und politische Risiken im Vorfeld von Wahlen zunehmen könnten, was in einem KI‑getriebenen Markt negativ wirkt. Ebenso haben wir den Immobiliensektor aufgrund hoher Hypothekenzinsen und eines schwachen Gewinnausblicks herabgestuft. Gleichzeitig haben wir Versorger auf Positiv angehoben, da KI‑Rechenzentren eine erhebliche Stromnachfrage erzeugen und damit das Gewinnwachstum unterstützen.
Immobilien
Wir erwarten eine kurzfristige Konsolidierung im nicht börsennotierten Immobiliensektor. Während die USA robust bleiben, dürfte die Entwicklung in Europa und Asien moderater ausfallen. Steigende Renditen könnten den Sektor kurzfristig belasten, während begrenztes neues Immobilienangebot den Sektor mittelfristig stützen sollte.
Infrastruktur
Infrastrukturinvestitionen profitieren weiterhin von strukturellen Trends wie Energiewende und Elektrifizierung, zeigen jedoch unterschiedliche Entwicklungen je nach Zinssensitivität und Regulierung. Im Falle höherer Inflation sollte Infrastruktur profitieren, da sie diese regelmäßig vertraglich an den Kunden weiterreichen kann.
Gold
Wir erwarten für Gold einen Preis von 5.400 USD je Unze bis Juni 2027. Unterstützung kommt aus Geldpolitik, Währungsentwicklung und struktureller Nachfrage. Eine monetäre Lockerung in den USA und ein schwächerer US‑Dollar sollten ein positives Umfeld schaffen. Zentralbanken dürften wichtige Käufer bleiben, während globale Liquidität, geopolitische Risiken und Inflationsunsicherheit die Rolle von Gold als potentielle Absicherung stärken sollten.
Öl
Wir erwarten für Brent‑Öl einen Preis von 82 USD je Barrel bis Juni 2027. Kurzfristig bleibt die Preisentwicklung stark geopolitisch getrieben. Unsere Prognose unterstellt eine Entspannung im Iran‑Konflikt und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus. Zunächst erwarten wir ein Angebotsdefizit, gefolgt von einem strukturellen Überangebot von etwa 2,0 bis 2,5 Millionen Barrel pro Tag bis Mitte 2027, das dämpfend auf die Preise wirken dürfte.
Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 29.05.2026
Die folgende Übersicht veranschaulicht unsere kurz- und langfristige Positionierung
| Rates | 1 bis 3 Monate | bis Juni 2027 |
|---|---|---|
| US-Staatsanleihen (2 Jahre) | | |
| US-Staatsanleihen (10 Jahre) | | |
| US-Staatsanleihen (30 Jahre) | | |
| Deutsche Bundesanleihen (2 Jahre) | | |
| Deutsche Bundesanleihen (10 Jahre) | | |
| Deutsche Bundesanleihen (30 Jahre) | | |
| UK-Staatsanleihen (10 Jahre) | | |
| Japanische Staatsanleihen (2 Jahre) | | |
| Japanische Staatsanleihen (10 Jahre) | | |
| Spreads | 1 bis 3 Monate | bis Juni 2027 |
| Italien (10 Jahre)[1] | ||
| US-Investment-Grade-Anleihen | ||
| US-Hochzinsanleihen | ||
| EUR-Investment-Grade-Anleihen[1] | ||
| EUR-Hochzinsanleihen[1] | ||
| Asien-Unternehmensanleihen | ||
| Schwellenländer Staatsanleihen | ||
Besicherte und spezielle Bonds | 1 bis 3 Monate | bis Juni 2027 |
| Covered bonds[2] | ||
| US-Hochzinsanleihen-Kommunalanleihen | ||
| US-Mortgage-Backed-Securities | ||
| Währungen | 1 bis 3 Monate | bis Juni 2027 |
| EUR vs. USD | ||
| USD vs. JPY | ||
| EUR vs. JPY | ||
| EUR vs. GBP | ||
| GBP vs. USD | ||
| USD vs. CNY |
Taktische Sicht (1 bis 3 monate)
Die taktische Sicht basiert auf der Kursentwicklung der Anleihen.
Positiver Ausblick
Neutraler Ausblick
Negativer Ausblick
Strategische Sicht bis Juni 2027
Bei Staatsanleihen basiert die strategische Sicht auf der Kursentwicklung der Anleihen.
Bei Unternehmensanleihen, besicherten und speziellen Bonds sowie Schwellenländer-Anleihen in US Dollar beziehen sich die Signale auf einen optionsadjustierten Spread zu US-Staatsanleihen. Bei in Euro denominierten Anleihen handelt es sich um den Spread zu Bundesanleihen. Die Entwicklung des Spread sowie die Zinsentwicklung bei Staatsanleihen beeinflussen den Anleihewert. Investoren, die rein von der Entwicklung des Spread profitieren wollen, müssen sich gegen das Zinsänderungsrisiko absichern.
Die Farben signalisieren das Ertragspotenzial für Long-Only-Investoren.
Positives Ertragspotenzial
Die Gewinnchancen, aber auch das Verlustrisiko sind eher begrenzt
Negatives Ertragspotenzial