Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.
03.11.2025
Regierungen setzen zunehmend auf Resilienz statt Effizienz – mit weitreichenden Folgen für Märkte und Unternehmen
Ausgehend von den USA zeigt sich aktuell ein grundlegender Kurswechsel in der nationalen Industriepolitik vieler Länder, nämlich die stärkere Fokussierung auf die heimische Produktion. Dazu gehören unter anderem Subventionen, lokale Produktionsvorgaben und der Aufbau strategischer Reserven. Die Vereinigten Staaten sind unter Donald Trump zum Vorreiter geworden, mit einer ganzen Flut an Zöllen, „Buy American“-Klauseln und milliardenschweren Förderprogrammen für Chips und Batterien. Übergeordnet geht es einerseits um das „nationale Ego“, andererseits allerdings auch um den Versuch, die Verlierer des Globalismus etwas zu kompensieren. Dazu kommen Aspekte wie Sicherheit, stabiles Angebot und Kontrolle über wichtige Technologien. Zu starke Abhängigkeiten werden vor dem Hintergrund der hohen geopolitischen Unsicherheit mittlerweile als problematisch erachtet.
Kritische Marktbeobachter sehen in dieser Entwicklung eine Abkehr von der Globalisierung, mit möglichen Folgen wie höheren Preisen und weniger Wettbewerb. Doch diese Sichtweise könnte zu kurz greifen. Denn im Kern geht es um die Frage, ob den Ländern interne Stabilität oder höhere Effizienz durch eine globale Industriepolitik wichtiger ist.
Lange Zeit galt das Prinzip, dass alle profitieren, wenn jedes Land das produziert, was es am besten kann. Das so genannte Ricardo-Modell beschreibt damit einen großen Vorteil des internationalen Handels. Doch funktioniert dieses Modell nur unter bestimmten Bedingungen, wozu stabile Lieferketten gehören und keine geopolitischen Störungen. Doch genau diese Voraussetzungen scheinen nicht mehr gegeben.
Summe von Exporten und Importen von Gütern und Dienstleistungen als Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Quellen: World Bank, DWS Investment GmbH; Stand: 27/10/2025
Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung von DWS Investment GmbH wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.
Die Corona-Pandemie, geopolitische Konflikte und zwischenzeitliche Engpässe bei Energie, Chips und Medikamenten haben gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sein können. Deshalb greifen viele Regierungen wieder stärker in die globalen Märkte ein, mit gezielten Förderungen und dem Aufbau lokaler Kapazitäten. Dieser Trend nimmt zunehmend auch in Europa und Asien Fahrt auf.
Mit dem Aufbau eigener Strukturen versuchen sich die Länder gegen Störungen im internationalen Handel zu versichern. Das kostet zwar zunächst Geld, etwa durch höhere Produktionskosten oder doppelte Strukturen. Aber im Ernstfall könnte ein Schutz vor größeren Schäden bestehen, die oft unterschätzt sind, bis sie Realität werden. Johannes Müller, Globaler Leiter Research der DWS Group, bringt es auf den Punkt: „Die Märkte haben lange unterschätzt, wie stark geopolitische Risiken und strategische Engpässe die wirtschaftliche Architektur verändern können – wir erleben eine Neubewertung von Stabilität als Standortfaktor.“
Natürlich birgt eine solche Industriepolitik auch Risiken. Wenn sie zu stark oder zu einseitig betrieben wird, kann sie Wettbewerb hemmen und Innovationen bremsen. Entscheidend ist daher die richtige Dosierung – gezielt, zeitlich begrenzt und im Idealfall auch international abgestimmt.
Die zentrale Frage lautet nicht: Globalisierung – ja oder nein? Sondern: Wie viel Resilienz brauchen wir, und wie viel Effizienz sind wir bereit dafür aufzugeben? Eine moderate Deglobalisierung kann sogar Vorteile bringen, etwa durch mehr regionale Produktion, kürzere Lieferwege und höhere Umweltstandards. Und sie kann helfen, die Akzeptanz offener Märkte zu stärken, weil sie Ängste vor Abhängigkeiten reduziert.
Zwischen dem Ideal der freien Märkte und deren realen Herausforderungen besteht durchaus Spielraum. Wer ihn klug nutzt, könnte zukünftig besser aufgestellt sein.