Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.
25.06.2026
Wie sich Risiko, Bewertung und Liquidität im Kreditmarkt verändern
IN KÜRZE
High‑Yield‑Renditen liegen aktuell wieder bei rund 6 bis 7 Prozent, und damit deutlich höher als in den Jahren vor der Zinswende. Gleichzeitig bleiben die Risikoprämien vergleichsweise eng. Diese Kombination verändert die Ertragslogik des Segments grundlegend. Laufender Ertrag rückt wieder in den Mittelpunkt, gleichzeitig nimmt die Differenzierung zwischen Emittenten, Sektoren und Kapitalstrukturen zu.
Als liquider Markt reflektiert High Yield Veränderungen im Umfeld zeitnah. Preise und Risikoprämien reagieren unmittelbar auf neue Informationen und ermöglichen eine aktive Steuerung von Risiken. Dies ist ein Vorteil gegenüber weniger transparenten Kreditsegmenten mit verzögerter Anpassung.
Das Umfeld bleibt anspruchsvoll. Höhere Finanzierungskosten und moderateres Wachstum erhöhen den Druck auf Kreditnehmer, auch wenn sich Risiken bislang nur selektiv zeigen. Entscheidend sind Kapitalstruktur, Underwriting‑Qualität und Refinanzierungsfähigkeit. Zugleich gewinnt die sektorale Zusammensetzung an Bedeutung. Insbesondere softwarelastige Geschäftsmodelle stehen im Zuge der KI‑Dynamik teilweise unter erhöhter Unsicherheit. Diese sind allerdings im Private‑Credit‑Segment stärker vertreten, während High Yield hier vergleichsweise weniger exponiert ist.
Unternehmensanleihen sind ein zentraler Bestandteil der globalen Kreditmärkte, die sowohl für Emittenten als auch für Investoren eine wichtige Funktion erfüllen. Während Anleihen mit hoher Bonität stärker durch das Zinsumfeld geprägt sind, rückt im High‑Yield‑Segment vor allem die Kreditqualität der Emittenten in den Vordergrund.
High‑Yield‑Anleihen umfassen Emittenten unterhalb des Investment‑Grade‑Bereichs und bieten als Ausgleich für das höhere Kreditrisiko einen höheren laufenden Ertrag. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus Fundamentaldaten, Refinanzierungsbedingungen und Marktumfeld, das die Entwicklung dieses Segments maßgeblich bestimmt.
Im Anlageuniversum nimmt High Yield eine Zwischenstellung ein, sowohl mit Eigenschaften klassischer Rentenanlagen als auch mit ausgeprägten Kreditrisiken. Im Fokus steht dabei die Fähigkeit der Emittenten, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Entsprechend gewinnen Kennzahlen wie Verschuldungsgrad, Zinsdeckung und Kapitalstruktur an Bedeutung, während reine Zinsbewegungen eine geringere Rolle spielen.
Trotz des erhöhten Risikoprofils handelt es sich um ein etabliertes und breit diversifiziertes Marktsegment mit klaren Emissionsstandards, funktionierender Marktinfrastruktur und signifikanter institutioneller Investorenbasis. High Yield beschreibt damit primär ein differenziertes Risiko‑Ertrags‑Profil und nicht eine in sich homogene oder grundsätzlich spekulative Anlageklasse.
Als Teil des öffentlichen Kapitalmarkts ist High Yield durch kontinuierliche Preisbildung, Transparenz und grundsätzlich vorhandene Liquidität geprägt. Risiken werden laufend über Spreads und Preise reflektiert und sind damit vergleichsweise früh erkennbar und steuerbar. Gleichzeitig nimmt die Differenzierung innerhalb des Marktes zu. Unterschiede zwischen Regionen, Sektoren und Emittenten führen zu einer stärkeren Streuung der Risikoaufschläge und Ergebnisse.
Für Investoren rückt damit zunehmend die selektive Emittentenwahl in den Vordergrund, während die bloße Teilnahme an der allgemeinen Marktentwicklung an Bedeutung verliert.
Die Risikodynamik im Private Credit verändert sich im aktuellen Umfeld. Höhere Zinsen und restriktivere Finanzierungsbedingungen erhöhen den Druck auf die Schuldendienstfähigkeit, insbesondere bei stärker fremdfinanzierten Geschäftsmodellen.
Gleichzeitig zeigen sich Belastungen bislang selektiv und nicht flächendeckend. Entscheidend sind vor allem Unterschiede in Kapitalstruktur, Sektorzugehörigkeit und Underwriting‑Qualität. Faktoren wie Covenants, Sicherheiten und die aktive Steuerung von Engagements gewinnen damit weiter an Bedeutung für die tatsächliche Wertentwicklung.
Ein zentraler Aspekt bleibt die Transparenz. Diese ergibt sich im Private Credit weniger aus laufender Marktpreisbildung als aus Bewertungsdisziplin, Reportingqualität und Governance-Strukturen. Für Investoren wird damit der Vergleich einzelner Engagements anspruchsvoller und stärker von der Qualität der Manager abhängig.
Private Credit und High Yield sind nicht als direkte Substitute zu verstehen, sondern erfüllen unterschiedliche Funktionen innerhalb einer Kreditallokation. High Yield bietet Transparenz, Liquidität und eine kontinuierliche Marktpreisbildung, während Private Credit Zugang zu illiquiden Kreditprämien und individuell strukturierten Finanzierungen ermöglicht. Die vermeintlich geringere Volatilität im Private Credit ist dabei primär eine Folge der Bewertungsmethodik und nicht notwendigerweise Ausdruck eines geringeren Risikos.
Viele der aktuell beobachteten Herausforderungen im Private Credit sind weniger als struktureller Bruch zu interpretieren, sondern als Normalisierung nach einer Phase außergewöhnlich günstiger Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig rechtfertigt das veränderte Umfeld eine differenziertere Betrachtung der Anlageklasse, insbesondere mit Blick auf Liquidität, Transparenz und sektorale Konzentrationsrisiken.
Für Investoren spricht in der aktuellen Phase vieles für einen ausgewogenen Ansatz, bei dem liquide und illiquide Kreditsegmente komplementär eingesetzt werden – mit einem klaren Fokus auf Selektivität, Strukturqualität und laufende Risikobewertung.
Der aktuelle Kreditzyklus ist weniger durch einen abrupten Wendepunkt als durch eine graduelle Verschiebung hin zu stärker fundamental getriebenen Märkten gekennzeichnet. Für High Yield bedeutet dies, dass der laufende Ertrag an Bedeutung gewinnt, während die Streuung innerhalb des Marktes weiter zunimmt.
Der Carry fungiert weiterhin als zentraler Stabilitätsanker, kann jedoch in einem Umfeld enger Risikoprämien negative Entwicklungen nur begrenzt kompensieren. Entscheidend ist daher zunehmend die Qualität einzelner Emittenten sowie deren Fähigkeit, sich unter veränderten Finanzierungsbedingungen zu behaupten.
High Yield entwickelt sich damit weiter von einem breit diversifizierten Beta‑Segment hin zu einem selektionsgetriebenen Marktumfeld.
Für die kommenden Quartale stehen aus unserer Sicht weniger einzelne Marktfaktoren als vielmehr deren Zusammenspiel im Vordergrund.
Eine integrierte Betrachtung fundamentaler und technischer Faktoren wird damit zunehmend entscheidend.
High Yield bietet weiterhin attraktiven laufenden Ertrag, jedoch bei begrenzter Fehlertoleranz in einem späten Zyklus. Die zunehmende Differenzierung innerhalb der Märkte verschiebt den Fokus klar in Richtung Emittentenauswahl und Strukturqualität. Private Credit sowie angrenzende Segmente wie AT1‑Anleihen erweitern das Spektrum möglicher Kreditallokationen, erfordern jedoch jeweils eine differenzierte Betrachtung von Liquidität, Bewertung und Risikoübertragung.
Insgesamt spricht das Umfeld für einen selektiven, aktiven Ansatz, bei dem die laufende Neubewertung von Risiken und eine flexible Allokation über unterschiedliche Kreditsegmente hinweg an Bedeutung gewinnen.