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Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS

Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.

DWS Marktausblick Q4 2025

Quarterly Marktausblick
Makro

27.11.2025

Angesichts der politischen Turbulenzen schnitt 2025 besser als erwartet ab. Unser Ausblick für 2026 ist deutlich besser. Gewinnwachstum und Zinssenkungen könnten ein stabiles Fundament bilden.  

Porträtaufnahme von Vincenzo Vedda, CIO der DWS

Vincenzo Vedda

Chief Investment Officer

Woman's eye with using a 3D close-up blue technology circle.

Das Jahr 2025 war neben politischen Überraschungen aus Washington vor allem geprägt von dem immer schneller drehenden Künstliche Intelligenz (KI)-Karussell. Es dürfte sich auch 2026 weiter drehen. Ob es sogar überdrehen wird, dürfte eine der Hauptsorgen der Anleger sein. Wir werden wahrscheinlich eine breitere Spreizung innerhalb der KI-Firmen sehen. Gewinner und Verlierer. Gesamtwirtschaftlich sehen wir das Thema weiter positiv, an der Börse halten wir es in Summe derzeit für fair bewertet.


Vincenzo Vedda, Chief Investment Officer

2026 – vieles spricht für ein gutes Anlagejahr

 

Bevor wir auf das kommende Jahr gucken, schauen wir zunächst zurück. Viele rechneten damit, dass 2025 ein volatiles Jahr werden würde, nicht zuletzt aufgrund des Regierungswechsels in den USA. Die Marktreaktion auf das Disruptionspotenzial der neuen Regierung kulminierte Anfang April am sogenannten „Liberation Day“, der sich dann jedoch als Startschuss einer neuen Marktrally entpuppte. Und wieder zeigte sich, dass Krisen für viele Anleger auch immer Chancen darstellen. Die Weltwirtschaft stabilisierte sich, getragen von stabilen Konsumausgaben und technologischer Innovation – insbesondere KI. Die Inflationssorgen ließen nach, die Notenbanken agierten umsichtig, geopolitische Spannungen und Zölle bremsten die Dynamik weniger als befürchtet.

Getragen von diesem Optimismus gehen wir in das Jahr 2026 unter dem Motto „Rational Exuberance“[1]

Unser Optimismus für Aktien bleibt bestehen, besonders in den USA: Der S&P 500 könnte bis Ende 2026 etwa 7.500 Punkte erreichen, getragen von Gewinnwachstum und KI-Investitionen. Finanzwerte könnten von moderaten Renditen und Deregulierung profitieren. Allerdings bietet der KI-Boom nicht nur nach oben, sondern auch nach unten Überraschungspotenzial, weshalb wir die überdurchschnittlich technologielastigen USA den anderen Regionen nicht vorziehen. Auch Europa bietet Gewinnwachstum und Deutschland punktet mit Infrastruktur- und Verteidigungsinvestitionen. Japan profitiert von Reformen, der Rest Asiens von hoher Chip-Nachfrage, schwachem Dollar und wachsendem intra-regionalem Handel. KI dürfte die Schlagzeilen weiter beherrschen und stellt unseres Erachtens auch ein wesentliches Risiko dar, sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden.

Bei Anleihen lautet die Devise „Carry-on“, also die Vereinnahmung hoher laufender Renditen. Leichtes Wachstum, sinkende Inflation und unterstützende Zentralbanken könnten Anleihen ein beinah ideales Umfeld bieten. Würden da nicht die steigenden Staatsschulden das Bild trüben, wie sie etwa bereits bei 30-jährigen Staatsanleihen zu sehen sind. In den USA dürften das Ende des Quantitative Tightening und die geplanten Anleiherückkäufe das Angebot reduzieren und mittlere Laufzeiten stützen. Wir erwarten Renditen im Zehnjahresbereich zwischen 3,75 und 4,25 Prozent.  In Europa sehen wir für die kommenden zwölf Monate insgesamt recht stabile Bund-Renditen. Potenzial für eine Versteilerung der Zinskurve gibt es vor allem bei den ultralangen Laufzeiten, nicht zuletzt aufgrund steigender Finanzierungsbedürfnisse und der anstehenden Pensionsreform in den Niederlanden. Aufgrund der vergleichsweise unattraktiven Devisen-Absicherungskosten dürften die Euro-Investoren lieber „zu Hause“ bleiben. Bei Unternehmensanleihen ist unsere Einstufung bei Investment Grade neutral, da wir glauben, dass die rekordniedrigen Risikoaufschläge sich nicht weiter einengen werden. Bei hochverzinslichen Anleihen sind wir etwas vorsichtiger geworden, da die ebenfalls engen Spreads unseres Erachtens Einzelsektorrisiken nicht mehr adäquat abbilden. Den Dollar sehen wir gegenüber dem Euro derzeit bei EUR/USD 1,15 fair bewertet.

Alles in allem erwarten wir also ein gutes Anlagejahr, insbesondere für Aktien. Leichtes Wirtschaftswachstum, stärkeres Gewinnwachstum und eine nicht-restriktive Geldpolitik sollten einem großen Teil von Aktien und Unternehmensanleihen ein gutes Umfeld bieten. Das Thema KI sehen wir weiter als Treiber der Märkte, allerdings dürfte der Sektor differenzierter betrachtet werden und die hohen Bewertungen vieler KI-Protagonisten bieten sicherlich Enttäuschungspotenzial. Nicht zuletzt deswegen bleiben wir regional breit gestreut und sehen in Gold ein relatives Absicherungsinstrument.