Corporate Governance (Unternehmensführung)

Die DWS setzt auf aktiven Dialog, um Unternehmen, in die wir investiert sind, in ihrem positiven Veränderungsprozess zu unterstützen. Wir haben 3 Themen identifiziert, zu denen wir in Briefen an Unternehmensleitungen unsere konkreten Corporate Governance-Erwartungen darlegen. Auf Basis dieser Anforderungen gestalten wir die weiteren Engagement-Schritte und definieren eventuelle Eskalationsstufen. Ergebnisse unserer Corporate Governance Aktivitäten berichten wir regelmässig in unserem Active Ownership Report.‌
Emittentenbrief
Thematisches Engagement: Netto-Null Emissionen bis 2050

Vor allem von Unternehmen, die mit erheblichen Klima- und Transformationsrisiken konfrontiert sind, fordern wir eine deutliche Beschleunigung der Bemühungen, ehrgeizige Emissionsreduktionsziele in ihrer Strategie zu implementieren und mehr Transparenz hinsichtlich eines nachvollziehbaren Fahrplans hin zur Klimaneutralität zu schaffen.

  • Versand an mehr als 220 Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit im Juni 2021

  • Fokus der Analyse sind Scope-1- und -2-Emissionen, Risiko-Rating für den Klimawandel sowie Climate Action 100+ Net Zero Benchmark-Konstituenten

Netto-Null Emissionsbrief, Juni 2021‌

Thematisches Engagement: Klimawandel im Energiesektor

Der Klimawandel und daraus resultierende Risiken waren in 2020 und bleiben auch weiterhin einer unserer Schwerpunkte. Wir erwarten insbesondere von Energieunternehmen, die mit erheblichen Klima- und Transformationsrisiken konfrontiert sind und/oder ernsthaft gegen international anerkannte ESG-Standards verstoßen, dass sie ihre Anstrengungen zur Festlegung ehrgeiziger und materieller ESG- Ziele deutlich verstärken und ihre diesbezügliche Strategie transparent und verständlich darlegen.

  • Versand an 53 internationale Unternehmen aus dem Energiesektor in 2020

  • Fokus der Analyse sind Klimawandelrisiken und Verstöße gegen internationale Normen

Klimawandelbrief, Dez. 2020

Thematisches Engagement: Nuklearwaffen

Wir fordern in Briefen an Unternehmen, die potenziell an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind, eine klare Offenlegung über den Grad der Beteiligung und über den zukünftigen Umgang mit einer möglichen Beteiligung. Bilateralen Gespräche haben auf Basis dieser Anschreiben bereits begonnen und werden im Jahr 2021 und darüber hinaus fortgesetzt.
Nuklearwaffenbrief, Juni 2021

" Wir sind davon überzeugt, dass eine gute Unternehmensführung eines der Schlüsselelemente bleibt, um Potenziale zu nutzen und Risiken zu managen, die sich aus der ökologischen und sozialen Dimension der Nachhaltigkeit ergeben.

Nicolas Huber Head of Corporate Governance

Unser Engagement bei Hauptversammlungen

Aufgrund der durch Covid-19 eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten finden zahlreiche Hauptversammlungen nur online statt. Im Rahmen unserer Corporate Governance Aktivitäten und unseres treuhänderischen Verständnisses, haben wir folgende Fragen an die Unternehmen eingereicht:

Corporate-Governance-Dienstleistungen

Die Grundsätze der DWS für Corporate Governance und Stimmrechtsausübung (Proxy Voting)

Boards of Directors (Aufsichtsräte)

  • Für einen effizienten Entscheidungsprozess und langfristig nachhaltigen Unternehmenserfolg sind qualifizierte, erfahrene, unterschiedliche (diverse) und unabhängige Aufsichtsratsmitglieder unerlässlich. Diversität bezieht sich für uns im weiteren Sinn auf  Geschlecht, Alter, Nationalität, beruflichen Hintergrund, Qualifikation und Amtsdauer:
  • Erweiterte Transparenzanforderungen an Aufsichtsratsmitglieder: Veröffentlichung von Lebenslauf und Teilnahme an Vorstandssitzungen auf der Website
  • Unabhängigkeit von mindestens 50 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder
  • Unterstützt wird die Trennung der Posten von CEO und Aufsichtsratsvorsitzendem zugunsten von Machtausgleich und Unparteilichkeit.
  • Einem Aufsichtsratsmitglied sollte direkt die eindeutige Verantwortung für ESG-Fragen zugewiesen werden.
  • Hierbei spielt die Amtsdauer eine große Rolle (max. 10 Jahre).
  • Unterstützt wird die Festsetzung einer Altersgrenze, damit der Aufsichtsrat regelmäßig verjüngt wird.
  • Die Aufsichtsratsmitglieder sollten genügend Zeit haben und unbefangen genug sein, um die mit ihrem Posten verbundenen Pflichten zu erfüllen:
    • Höchstens 3 Aufsichtsratssitze für Mitglieder der Geschäftsleitung
    • Höchstens 5 Aufsichtsratssitze für Mitglieder, die nicht der Geschäftsleitung angehören

Vergütung von Führungskräften

  • Transparenz und Verständlichkeit qualitativer und quantitativer Leistungsindikatoren sind Voraussetzungen für ein adäquates und für Aktionäre nachvollziehbares Vergütungssystem.
  • Fixe und variable Vergütungsbestandteile sollten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen und die Angemessenheit der Gesamtvergütung muss sichergestellt werden.
  • Integration materieller ESG Leistungsindikatoren in das Vergütungssystem.
  • Es sollte das Prinzip „Gleiche Bezahlung für vergleichbare Tätigkeiten“ gelten.
  • Regelmäßige Abstimmungen über Fragen der Vergütung (Say-on-Pay) sollten als wichtiges Aktionärsrecht angesehen werden.
  • Relevante und  angemessene Bonus-Malus- und Rückforderungsmechanismen für Führungskräfte werden als wichtige Elemente einer nachhaltigen, langfristig orientierten Vergütungsstruktur angesehen.

Aktionärsrechte

  • Wir unterstützen das Prinzip „eine Aktie, eine Stimme“ und sehen Stimmrechtsbegrenzungen kritisch.
  • Die Interessen von Minderheitsaktionären sind angemessen zu berücksichtigen; es sind die dafür erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.
  • Wir unterstützen verbesserte Berichtspraktiken über für Aktionäre wichtige Sachverhalte.

Wirtschaftsprüfer

  • Entscheidende Elemente einer angemessenen Informationsoffenlegung sind die Dauer der Berufung von Wirtschaftsprüfern und ihre turnusmäßige Rotation, um die Unabhängigkeit und Objektivität zu gewährleisten: 5 Jahre.
  • Nicht prüfungsbezogene Leistungen und die Angemessenheit der Vergütung sind offenzulegen, um die Unabhängigkeit der externen Wirtschaftsprüfer sicherzustellen.
  • Das Prüfungsunternehmen ist spätestens nach 10 Jahren zu rotieren, um die Unabhängigkeit und Objektivität zu gewährleisten.

ESG-Themen

  • Befolgung von internationalen Standards hinsichtlich der Offenlegung von ESG-Themen (e.g. TCFD, SASB, GRI, IIRC, SBTI)Berücksichtigung und Einhaltung internationaler Standards und Rahmenwerke, wie: CERES-Prinzipien, UN Principles for Responsible Investments (PRI), UN Global Compact, OECD Guidelines for Multinational Corporations, Cluster Munitions Convention und der UN Sustainable Development Goals (SDGs), the Carbon Disclosure Program (CDP), ILO-Norms, Human Rights, Modern Slavery Act.
  • Sollten Unternehmen den o.g. Standards nicht entsprechen und ernsthafte ESG-Kontroversen aufweisen, werden diese in unsere Abstimmungsentscheidungen einbezogen.
  • Informationen von ESG Ratingagenturen werden in die Entlastungs- und Vergütungsfrage integriert.
  • Unterstützung von relevanten/notwendigen ESG-bezogenen Aktionärsanträgen.

Governance-Expertise und Content-Entwicklung

  • Ein spezialisiertes Corporate Governance Center des Chief Investment Office mit detaillierten Kenntnissen zu Governance-Themen (z.B. Zusammensetzung des Aufsichtsrats/Vorstands, Vorstandsvergütung, Aktienemission)
  • Über 25 Jahre Erfahrung in Fragen der Corporate Governance (erste besuchte Hauptversammlung in Deutschland 1994)
  • Qualitätsbestimmte Ausübung übertragener Stimmrechte mit einer tiefgreifenden Analyse durch das Corporate Governance Center der DWS und Diskussionen mit den Analysten/Portfoliomanagern
  • Starke Positionierung des Governance-Verständnisses der DWS in den einschlägigen:
  • internationalen Arbeitsgruppen (EFAMA ESG and Stewardship, BVI CG Working Group)
  • Kommissionen (DVFA-CG-Kommission)
  • Netzwerken (ICGN, GIGN, Ceres)
  • Überprüfung lokaler Stewardship Codes, nationaler und internationaler Verordnungen und EU-Richtlinien zur Corporate Governance

Berichterstattung und Kommunikation

Erfüllung unserer treuhänderischen Pflicht

Wir haben im Jahr 2020: 

  • bei 2.355 Hauptversammlungen in 59 Ländern weltweit abgestimmt. Damit sind 86% unserer Aktienbestände die Stimmrechte ausgeübt worden.
  • bei rund 24% unserer Stimmabgaben gegen Managementvorschläge gestimmt (u.a. mit Blick auf Vorstände/Aufsichtsräte, Abschlussprüfer oder Vergütungssysteme).
  • 450 Engagements mit Unternehmen durchgeführt.
  • an 1.300 Unternehmen weltweit unseren Engagement-Brief verschickt, um unsere Erwartungen basierend auf unserer aktuellen Proxy Voting Policy darzulegen.
  • an 53 Unternehmen unseren thematischen Engagement Letter zugesendet
  • in 102 Engagements über den Klimawandel diskutiert
  • in 52% unserer Engagements die Vorstandsvergütung thematisiert
  • in 32 unserer Engagements das Thema Menschenrechte in den Fokus gestellt

Kundenorientierung

Dienstleistungen zur Corporate Governance des Corporate Governance Center der DWS werden auf Anfrage auch institutionellen Kunden angeboten; diese sind unter anderem:

  • Überprüfung und  Überwachung einschlägiger Stewardship Codes, um sicherzustellen, dass sich unsere institutionellen Kunden an die Prinzipien halten 
  • Ausübung von Stimmrechten mit einer ausgearbeiteten Strategie zu Corporate Governance und Proxy Voting und ein qualitätsbestimmter Abstimmungsprozess
  • Input zu Governance-Fragen bei Portfolio-Unternehmen
  • Maßgeschneidertes Reporting

Stimmrechtsberatung

Best Practice Principles for Shareholder Voting Research

Im Zusammenhang mit der Stimmrechtsberatung entspricht die DWS Investment GmbH den Vorgaben der Best Practice Principles for Shareholder Voting Research.

Stimmrechtsberater veröffentlichen jährlich folgende Informationen:

 

Corporate Governance & Proxy Voting Policy

 

Active Ownership Engagement and Proxy Voting Report

 

Engagement Policy

 
  1. eingesetzte Methoden und Modelle sowie die Hauptinformationsquellen
    (DWS Corporate Governance & Proxy Voting Policy, S. 8)
  2. Qualitätssicherung
    (DWS Corporate Governance & Proxy Voting Policy, S. 8)
  3. potentielle Interessenskonflikte
    (Engagement Policy, S. 7)
  4. Qualifikation der Mitarbeiter
    (DWS Active Ownership Engagement and Proxy Voting Report, S. 38)
  5. Berücksichtigung nationaler Marktbedingungen sowie rechtliche, regulatorische und unternehmensspezifische Bedingungen
    (DWS Corporate Governance & Proxy Voting Policy, S. 8 und 9)
  6. wesentliche Merkmale der verfolgten Stimmrechtspolitik für die einzelnen Märkte
    (DWS Corporate Governance & Proxy Voting Policy, S. 9 ff., Japan S. 24)
  7. Gespräche/ Engagements mit den betroffenen Gesellschaften und Interessenträgern
    (DWS Active Ownership Engagement and Proxy Voting Report)

Voting Übersicht

Corporate Engagement Prozess

Wir folgen einem strengen Schritt-für-Schritt-Ansatz, um mit unseren Portfolio-Unternehmen in Kontakt zu treten

CIO View

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