Wasser - das blaue Gold

Wasser ist die Grundlage allen Lebens – aber eine zunehmend knappe Ressource. Um den globalen Wassermangel zu lindern, sind Milliardeninvestitionen nötig.

Wer den Wasserhahn beim Zähneputzen nicht abdreht, verschwendet schnell mal um die 15 Liter Wasser. Das sind fünf Liter mehr als viele Menschen in Entwicklungsländern pro Tag überhaupt zur Verfügung haben.[1] 

Da Wasser auf der Welt sehr ungleich verteilt – aber für alle überlebenswichtig ist, haben die Vereinten Nationen es vor rund zehn Jahren zum Menschenrecht ausgerufen.[2]

7,8 Milliarden Menschen leben nach aktuellen Schätzungen auf der Erde[3] - laut dem Weltwasserbericht 2020 der Vereinten Nationen haben mehr als 55 Prozent hiervon keine sicheren Sanitäranlagen und rund 28 Prozent keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser.[4] Die Situation dürfte sich künftig weiter verschärfen, bedenkt man, dass die Weltbevölkerung bis 2100 auf rund elf Milliarden Menschen anwachsen könnte.[5]

 

Bereits jetzt sind die Süßwasservorräte begrenzt, denn obwohl drei Viertel der Erde mit Wasser bedeckt ist, entfallen nur etwa 2,5 Prozent des globalen Wasserhaushalts auf Süßwasser.[6] Gleichzeitig steigt der Wasserverbrauch schon seit den 1980er-Jahren weltweit um etwa ein Prozent pro Jahr.[7] Wenn sich dies in den kommenden Jahrzehnten weiter so verhalten sollte, dürften Frischwasservorräte immer stärker unter Druck geraten.

Neben des Bevölkerungswachstums und der verstärkten Urbanisierung, sind auch die sich ändernden Lebensgewohnheiten der Mittelschicht verantwortlich – der steigende Konsum von Milch- und Fleischprodukten bringt einen hohen Wasserbedarf der Landwirtschaft mit sich.[8]

12. Dez 2019 ESG

Wenn Wasser knapp wird: globale Auswirkungen

Bevölkerungswachstum, Verstädterung und Wasserverschwendung bedeuten Risiken und Chancen, etwa für Versorger und die Landwirtschaft
07. Dez 2020 ESG

Die etwas andere Liquidität

Wasserrisiken spielen inzwischen in allen Branchen, Subsektoren und Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.

Süßwasserverbrauch pro Sektor[9]

Weniger als zehn Prozent der Wassermenge werden weltweit von privaten Haushalten oder auf kommunaler Ebene verbraucht. Die größten Verbraucher von Wasser sind die Landwirtschaft, die Energieerzeuger und der Bergbau[10]

 

Süßwasserverbrauch pro Sektor.png

Aber auch der Klimawandel wird nicht ohne Folgen für die Wasserversorgung von Umwelt und Menschen bleiben. Der Weltklimarat IPCC erwartet, dass durch die globale Erwärmung in vielen Regionen der Welt, Hitzewellen und Dürren zunehmen werden.[11] Schmelzende Gletscher, der ansteigende Meeresspiegel, Starkregen, Überflutung: der Klimawandel ist in vielen Bereichen bereits heute sichtbar.[12]

Dass Wasserknappheit eine der größten sozialen Herausforderungen ist, die nur mit enormen Investitionen gemeistert werden können, steht außer Frage. Um das Ausmaß des Risikos zu lindern, sollten nach Weltwasserbericht zwei sich ergänzende Strategien umgesetzt werden: „Einerseits die Anpassung der Wassernutzung an den Klimawandel, andererseits Klimaschutz durch nachhaltiges Wassermanagement.“[13]

Laut den Vereinten Nationen müssten die jährlichen Ausgaben in der kommenden Dekade auf bis zu 114 Milliarden Dollar verdreifacht werden.[14] Nur dann wären die bis 2030 gesteckten Ziele – sicheres und erschwingliches Trinkwasser sowie angemessene Sanitäranlagen und ausreichende Hygiene für alle Menschen – erreichbar.[14] Die meisten Regierungen können diese hohen Summen allerdings kaum alleine aufbringen und so ist auch das Engagement von Privatunternehmen gefragt.

Nachhaltigkeit

Wasser – investieren in das „blaue Gold“

H2O ist heute ein globales Geschäft. Immer mehr Unternehmen sind im Wassersektor aktiv, der mit defensiven Eigenschaften glänzt und die Chance auf stabile Renditen bietet.

Was der Meeresspiegel mit Anlagerisiken zu tun hat

Die globale Erwärmung lässt die Meeresspiegel steigen. Überflutungen treffen vermehrt Küstenländer. Aber auch Unternehmen und damit Anleger. Höchste Zeit zu handeln.
Nachhaltigkeit

Klimaretter Wasserstoff setzt Anleger unter Strom

Wasserstoff als Energieträger der Zukunft beflügelt die Phantasie der Börsianer. Da Einzelaktien aus dem Segment stark schwanken, sollten Anleger auf eine breitere Mischung setzen. Fonds können eine gute Lösung bieten.

DWS-Analysen zeigen, dass Unternehmen mit hohem Wasserrisiko in der Regel in den Bereichen Energie, Baustoffe, Nahrungsmittel und Getränke sowie bei unabhängigen Energieerzeugern in der Versorgerindustrie zu finden sind. Unternehmen mit geringem Wasserrisiko gehören häufig zu den Sektoren Finanzen, Gesundheitswesen und Kommunikationsdienstleistungen sowie dem Verkehrs- und Transportwesen. Die meisten Chancen könnten Wasserrisiken in den folgenden Bereichen bieten: Industriegase, Baumärkte, Baumaterialien, Spezialchemikalien und erneuerbare Energien.

Investoren sollten daher bei ihren Anlageentscheidungen Wasserrisiken und -chancen unbedingt berücksichtigen.

45 % des globalen BIP und 40 % der globalen Getreideproduktion werden bis 2050 durch Wasserknappheit gefährdet sein. [15]

Der Druck der Regulierung auf Unternehmen kann über Preisbelastungen für Wasserverbrauch und -verschmutzung steigen

Die möglichen Folgen für Unternehmen: Höhere Produktionskosten und dadurch bedingte sinkende Rentabilität.

„Besonders aussichtsreich erscheinen Unternehmen, die den gesamten Wertschöpfungsbereich rund um das Thema Wasser abdecken.“

Paul Buchwitz, Fondsmanager des DWS Invest SDG Global Equities.

Paul Buchwitz im Interview mit wallstreet:online TV: „Warum und wie es sich lohnt, in Wasser zu investieren“.

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Im Fokus: Weltwassertag

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Nachhaltig investieren: Mit Aktien, Anleihen und Co.

Rund um den Globus in Aktien von Unternehmen investieren, die mit ihren Lösungen dem Klimawandel entgegenwirken oder seine Folgen abmildern? Die DWS bietet über alle Anlageklassen hinweg Produktlösungen mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit an, passend zu den jeweiligen Zielen und den persönlichen Chance-Risiko-Präferenzen der Anleger.

DWS Invest ESG Equity Income

DWS Invest SDG Global Equities

DWS ESG Dynamic Opportunities

1,5 Billionen Dollar

Das globale Bruttoinlandsprodukt der Blue Economy wurde von der OECD im Jahr 2010 auf 1,5 Billionen Dollar geschätzt und soll bis 2030 auf 3 Billionen Dollar anwachsen. [16]

8 Millionen Tonnen

Jedes Jahr landen 8 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Ein großer Teil stammt aus den 10 größten Flüssen der Welt. [17]

2,5 Billionen Dollar

Das jährliche „Bruttomeeresprodukt“ der Ozeane ist mit 2,5 Billionen Dollar so groß, dass die Blue Economy damit auf Platz acht der weltgrößten Volkswirtschaften rangieren würde. [18]

02. Jun 2021 ESG

„Blue Economy“: Wendepunkt in einer alten Tragödie?

Märkte und Politik begreifen langsam, wie wichtig der bessere Schutz der Meeresökosysteme ist. Nicht zuletzt auch aus ökonomischer Sicht.
02. Jun 2021 Presse

DWS Concept ESG Blue Economy: Aktienfonds der DWS setzt auf den Schutz der Ozeane

DWS & Healthy Seas - ein nachhaltiger Beitrag zum Schutz der Meere und deren Lebewesen

Die DWS setzt sich verstärkt für den Schutz der Meere ein. Seit dem vergangenem Jahr unterstützt die DWS Healthy Seas dabei, die Weltmeere von Geisternetzen zu befreien und so das Leben unzähliger Meeresbewohner zu retten. Healthy Seas hat in dieser Zeit mit zahlreichen Bergungsmissionen in den unterschiedlichsten Gewässern sehr viel bewirkt. Damit die Jagd auf Geisternetze weitergehen kann ermöglichte die DWS Healhty Seas mit einer Spende den Kauf des ersten eigenen Bootes. Mit diesem wird die Organisation flexibler und unabhängiger und kann so die Anzahl der Bergungsmissionen zukünftig erheblich erhöhen. Auch mit dem Ziel, das öffentliche Bewusstsein für das Problem der verlorenen oder absichtlich entsorgten Fischernetze in den Ozeanen zu schärfen. 

 

Gemeinsam gegen Geisternetze

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Die kurz- und langfristigen Auswirkungen von Covid-19 auf Märkte, Wirtschaft und Prognosen: Was wir bisher wissen

1. https://www.biggreensmile.de/article/interessante-fakten-uber-wasser.aspx

2. https://www.menschenrechtsabkommen.de/recht-auf-sauberes-wasser-1122/

3. https://www.dsw.org/weltbevoelkerung/

4. https://www.unesco.de/kultur-und-natur/wasser-und-ozeane/un-weltwasserbericht-2020-wasser-und-klimawandel

5. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1717/umfrage/prognose-zur-entwicklung-der-weltbevoelkerung/

6. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen warnt vor weitreichenden Missständen durch globale Wasserkrise (März 2018) https://www.apnews.com/278d9a84cff74c3a996c88fa2d8d69f3

7. https://www.unesco.de/sites/default/files/2020-03/UN-Weltwasserbericht2020-web.pdf

8. https://www.oxfam.de/system/files/oxfam_wasserkrisen-durch-klimawandel-web.pdf

9. Global Footprint Network (Mai 2019). Advancing the science of sustainability database.

10. https://www.oxfam.de/system/files/oxfam_wasserkrisen-durch-klimawandel-web.pdf

11. https://www.unesco.de/kultur-und-natur/wasser-und-ozeane/un-weltwasserbericht-2020-wasser-und-klimawandel

12. https://www.bmz.de/de/themen/wasser/klimawandel/index.html

13. https://www.unesco.de/sites/default/files/2020-03/UN-Weltwasserbericht2020-web.pdf

14. https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2016/02/12/more-money-and-better-service-delivery-a-winning-combination-for-achieving-drinking-water-and-sanitation-targets

15. Boretti, Alberto and Lorenzo Rosa (2019) Reassessing the projections of the World Water Development Report. Nature Partner Journals: Clean Water (2:15)

16. Quelle: The Ocean Economy in 2030, OECD, https://www.oecd.org/environment/the-ocean-economy-in-2030-9789264251724-en.htm, Stand: 27. April 2016

17. Quelle: https://www.unep.org/interactive/beat-plastic-pollution/

18. Quelle: DWS International GmbH, WWF, Reviving the Oceans Economy: The Case for Action - 2015 (WWF), https://www.worldwildlife.org/publications/reviving-the-oceans-economy-the-case-for-action-2015; Stand Mai 2015

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