Den Dienstleistern die Daumen drücken

Chart of the Week

Bisher erwiesen sich die Dienstleister als Schrittmacher für die gesamte Wirtschaft. Das Virus droht aber auch ihr Tempo ordentlich zu drosseln.

Die Wirtschaft schreitet seit einigen Quartalen mit zwei Geschwindigkeiten voran. Mit verhaltenem Schritt bewegen sich Industrie und verarbeitendes Gewerbe. Ihr Gang ist seit Mitte 2018 durch den Handelskonflikt, einer nachlassenden Autonachfrage, schwächelnden Investitionsgüteraufträgen und auch den Brexit gehemmt. Ganz anders der Dienstleistungssektor, der weiter munter voranschreitet.

Die zwei verschiedenen Tempi spiegeln sich auch in den Stimmungsindikatoren wider. Etwa den Einkaufsmanagerindizes (PMI), wie unser "Chart of the Week" zeigt. Die Stärke bei den Dienstleistungen bewahrte viele Volkswirtschaften vor einem Abgleiten in die Rezession, auch Deutschland. Hier hat der Industriesektor ein überdurchschnittlich hohes Gewicht.

Seit einigen Monaten ist eine Stimmungsverbesserung im Industriesektor erkennbar. Eine anziehende Autonachfrage und der Waffenstillstand zwischen den USA und China haben sicher geholfen. Es zeichnete sich daher ein etwas schnellerer Tritt zum Jahreswechsel ab.

Doch, statt dass der Industriesektor die höhere Geschwindigkeit der Dienstleister übernimmt, steht nun zu befürchten, dass genau anders herum die Dienstleister ihren Schritt drosseln. Denn sie hat es nun auch erwischt. Dass ein Schnupfen den Bewegungsdrang der Dienstleister derzeit etwas hemmt, klänge wohl etwas verharmlosend. Doch das Coronavirus entpuppt sich als schwer kontrollierbarer Treibsand im Getriebe der Weltwirtschaft, der auch viele Dienstleister nicht verschont. Fluglinien, Tourismus, Gastronomie, Kultur- und Sportveranstalter sind nur die offensichtlichsten Leidtragenden.

Die bisher veröffentlichten Konjunkturdaten zeigten in Fernost bereits erste Anzeichen einer Abschwächung. Für den Rest der Welt dürfe die erste Märzwoche besonders spannend werden. Die dann zur Veröffentlichung anstehenden Unternehmensvertrauensumfragen werden ein besseres Gefühl dafür geben, inwiefern die Dienstleister vorerst als Tempomacher für die Weltkonjunktur ausfallen. Von der Industrie ist ohnehin nicht zu erwarten, dass sie den Schwung ihrer jüngsten Beschleunigung beibehalten kann.

20200228_CotW_PMI_CHART_DE_72DPI.png

*Einkaufsmanagerindex
Quellen: Refinitiv, DWS Investment GmbH; Stand: 26.02.2020

font

CIO View

Diese Website verwendet Cookies zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit. Wenn Sie dieses Feld schließen oder die Nutzung fortsetzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies oder darüber, wie Sie Cookies deaktivieren können, finden Sie in unserem Cookie-Hinweis.

Anderes Land

Anderes Land

Disclaimer

DIE HIER DARGESTELLTEN INHALTE SIND NUR FÜR PROFESSIONELLE ANLEGER BESTIMMT, Z.B. BANKEN, ANLAGEBERATER, PENSIONSFONDS, INVESTMENTFONDS, VERSICHERUNGSGESELLSCHAFTEN UND ÄHNLICHE RECHTSTRÄGER UND SIND NICHT FÜR PRIVATANLEGER VORGESEHEN. MIT DER ZUSTIMMUNG ZU DIESEN BEDINGUNGEN BESTÄTIGT DER NUTZER UND ERKENNT AN, DASS ER IN SEINER FUNKTION ALS PROFESSIONELLER ANLEGER HANDELT ODER EINEN PROFESSIONELLEN ANLEGER VERTRITT UND NICHT ALS PRIVATANLEGER HANDELT.

© 2020 DWS Investment GmbH