US-Wahl 2020

Donald Trump oder Joe Biden? Das Rennen um das Präsidentenamt geht in die heiße Phase: Was Anleger jetzt wissen müssen.

Am 3. November findet die 59. Präsidentschaftswahl in den USA statt

Wird Donald Trump für weitere vier Jahre im Weißen Haus bleiben? Das entscheiden die Wähler in den USA am 3. November. Der republikanische Präsident wird durch den Kandidaten der Demokraten, Joe Biden herausgefordert. Dieser ist am bekanntesten als Barack Obamas Vizepräsident, er ist aber schon seit den 1970er Jahren im politischen Geschäft aktiv.

Welchen Einfluss wird das Wahlergebnis für Anleger haben? Wie können die Agenden der Kandidaten im Hinblick auf den Einfluss auf die US-Wirtschaft und auch weltweite Auswirkungen bewertet werden?

Unsere Experten werfen einen Blick auf die Chancen und Risiken und informieren über aktuelle Entwicklungen.

Unsere Updates zur Wahl

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Befürchtungen eines umstrittenen Wahlausgangs könnten überzogen sein. (27.10.2020)

„Eine Nation zu regieren, die ihre Unterstützung so gleichmäßig auf zwei Parteien verteilt, wird äußerst problematisch werden“, klagte David Broder, Dekan des Pressekorps in Washington.1 Damit kommentierte er nicht die Spaltung unter der Präsidentschaft Trumps, sondern reagierte stattdessen auf die offensichtliche Aufteilung des Landes 2000 in „rote“ und „blaue“ Bundesstaaten. Seitdem raubt die Aussicht, dass ein nicht eindeutiges Wahlergebnis erneut vor dem Obersten Gerichtshof landen könnte, Wahlbeobachtern den Schlaf. Für eine ähnliche Neuauszählung wie damals in Florida müsste das Votum im Wahlkollegium knapp ausfallen, sodass nur wenige Stimmen in einem oder nur einigen „Swing States“ ein anderes Ergebnis bedeuten würden. Dies ist unwahrscheinlich.

Wie an anderer Stelle erwähnt, erhöht die sich abzeichnende hohe Wahlbeteiligung die Unsicherheit, welche der beiden Parteien davon profitieren wird.2 Eines ist aber ziemlich sicher: Einige Parteistrategen dürfte die demographische Zusammensetzung der Wählerschaft 2020 – wie schon 2016 – überraschen. Seit den 1990er Jahren haben die beiden großen Parteien ihre Methoden stark verfeinert, genau in den Staaten, die das Zünglein an der Waage sein könnten, Wählerinnen und Wähler gezielt anzusprechen und zur Registrierung und Stimmabgabe zu mobilisieren.3 Ermöglicht wurde dies durch die von den Parteien genutzten (digitalen) Medien, aber auch durch jahrelange Bemühungen, Material zur Diskreditierung des wahrscheinlichen Spitzenkandidaten der Gegenpartei zu sammeln.4 Das heißt, dass die Gründe für die knappen Entscheidungen bei Präsidentschaftswahlen weniger mit der Wählerschaft selbst zu tun haben, sondern damit, wie die beiden Parteien in den letzten Jahrzehnten ihren Wahlkampf geführt haben. Für die wachsende Polarisierung gibt es im US-Kongress sicherlich mehr als genügend Beispiele.5 Bei der Wählerschaft insgesamt ist aber der Anteil derjenigen, die sich mit einer der beiden großen Parteien identifizieren, seit den 1980er Jahren sogar zurückgegangen – über 40 Prozent beschreiben sich in den Jahren der Präsidentschaft Trumps als „unabhängig“.6

Weder die Demokraten noch die Republikaner sind übrigens als Partei wirklich ein kohärenter „politischer Stamm“. In seinem Buch “What’s the matter with Kansas” beschreibt Thomas Frank, wie die Politik in seinem Heimatstaat „jetzt seit über einem Jahrzehnt durch einen Bürgerkrieg zwischen Gemäßigten und Konservativen“ geprägt wurde (S. 89). Frank zeigt mit großer Weitsicht auch viele der Muster auf, die wir während der Trump-Jahre beobachten konnten, so zum Beispiel bei den Zwischenwahlen 2018 die Annäherung einiger wohlhabenderer, fiskalisch konservativ, aber sozial moderat eingestellter Wählerinnen und Wähler an die Demokraten.7 Erste Anzeichen dieser Spaltung lassen sich bereits im Jahr 1980 und bei der Kandidatur des unabhängigen, ehemals republikanischen Kongressmitglieds John Anderson erkennen. So ist es zunehmend schwieriger geworden, die Anhänger beider Seiten auszumachen und zu mobilisieren.

All dies würde zu einem Erdrutschsieg Joe Bidens passen. Aber wenn sich durch eine Kombination aus Spätentschlossenen und Umfragefehlern das Blatt im Wahlkollegium zugunsten Trumps wenden sollte, dürften sich diese Muster kaum auf eine kleine Anzahl von Wählerstimmen in einem oder zwei „Swing States“ begrenzen lassen. Dies würde eher darauf hinweisen, dass sich die bisher an Wahlen uninteressierten Wahlberechtigten 2020 für die Botschaft Trumps empfänglicher zeigten, als von den Meinungsforschern angenommen. Dies könnte Aufruhr an mehreren Fronten auslösen – mehr als ein knapper Sieg im Wahlkollegium.

1 David Broder, “Burying the Hatchet,” The Washington Post, 10. November 2000, unter: https://www.carper.senate.gov/public/index.cfm/2000/11/the-washington-post-burying-the-hatchet
https://www.dws.com/de/insights/cio-view/makro/wahlprognose-unsere-wohl-letzte-aktualisierung/ 
Issenberg, S., 2013. The victory lab: The secret science of winning campaigns. Broadway Books
4 Stelter, B. 2020. Hoax: Donald Trump, Fox News, and the Dangerous Distortion of Truth, Hardcover, Atria/One Signal Publishers; und vielleicht die beste Beschreibung, was während des Wahlkampfs 2016 hinter den Kulissen passierte in: Green, J., 2017. Devil's Bargain: Steve Bannon, Donald Trump, and the Nationalist Uprising, Penguin Books
Siehe zum Beispiel McCarty, N., Poole, K.T. and Rosenthal, H., 2008. Polarized America: The dance of ideology and unequal riches. University Press Group Ltd
6 Siehe https://news.gallup.com/poll/245801/americans-continue-embrace-political-independence.aspx und https://news.gallup.com/poll/15370/Party-Affiliation.aspx; dieser Trend spiegelt sich auch in den Bundesstaaten wider, in denen die Registrierung nur für Parteimitglieder möglich ist.
7 https://www.pewresearch.org/methods/2020/09/08/democrats-made-gains-from-multiple-sources-in-2018-midterm-victories/

Dieser Bericht ist ausschließlich an DWS Kunden gerichtet und nicht an die Wahlbevölkerung der Vereinigten Staaten. DWS  hat nicht die Absicht, bei den bevorstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; Stand: 22.10.2020
CRC 079240 (10/2020)

Die Meinungsforscher haben gesprochen: Und das Volk? (23.10.2020)

Die Umfrageergebnisse in den wichtigsten „Swing States“ sprechen für einen deutlichen Sieg Joe Bidens

Von den zwölf „Swing States“, die insgesamt 189 Wahlleute ins Wahlkollegium entsenden, führt Biden nach den Umfrageergebnissen in zehn dieser zwölf US-Bundesstaaten – und in den meisten mit einem großen Vorsprung (das entspricht 135 Mitgliedern des Wahlkollegiums). Trump führt nur in zwei dieser Staaten (54 Wahlleute). Diese Umfrageergebnisse in den „Swing States“ sprechen für einen deutlichen Sieg Joe Bidens. Für uns sind Umfragen ein wichtiger Indikator für die wahrscheinlichen Ergebnisse, aber Sicherheit bieten sie keineswegs.

Bei einem Wahlsieg Bidens dürften die Konjunkturprogramme zwar umfangreicher ausfallen, aber wohl erst später kommen

Es ist sehr enttäuschend, dass im Herbst keine weiteren Hilfsprogramme verabschiedet wurden. Jetzt dürfte vor der Präsidentschaftswahl nichts mehr passieren. Nach unserer Einschätzung benötigen die Vereinigten Staaten großzügige, aber auch rechtzeitige und zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen, um bis Ende 2021 wieder den Höchststand ihres Bruttoinlandprodukts (BIP) zu erreichen. Wie auch immer die Präsidentschaftswahl ausgeht – weitere Konjunkturmaßnahmen sind so gut wie sicher. Wir hatten gehofft, dass bestimmte Programme, wie das Paycheck Protection Program (Progamm zur Sicherung von Lohn- und Gehaltszahlungen), nicht vollständig oder länger unterbrochen werden müssten und sich drastische Kürzungen bei zusätzlichen Unterstützungszahlungen bei Arbeitslosigkeit vermeiden lassen würden. Denn  die jetzige Situation könnte mehr Unternehmen zur dauerhaften Schließung zwingen, den Einstieg am Arbeitsmarkt erschweren und beispielsweise zu Kreditausfällen, Mietrückständen  führen. Durch den Wahlkampf wurden weitere Konjunkturmaßnahmen jetzt auf die Zeit nach den Wahlen verschoben.  Wenn die Demokraten sowohl die Präsidentschaft als auch die Mehrheit im US-Kongress gewinnen sollten, ist es durchaus möglich, dass erst nach der Amtseinführung des neuen Präsidenten Ende Januar 2021 weitere Maßnahmen beschlossen werden. Somit dürften neue Konjunkturprogramme unter einem möglichen Präsidenten Biden zwar höher ausfallen., Aber Zeitpunkt und Fokus könnten nach unserer Einschätzung weniger optimal sein.

Weitere Informationen in Americas CIO View, Stand 16.10.2020 (nur Englisch)

Dieser Bericht ist ausschließlich an DWS Kunden gerichtet und nicht an die Wahlbevölkerung der Vereinigten Staaten. DWS  hat nicht die Absicht, bei den bevorstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; Stand: 16.10.2020
CRC 079018 (10/20)

Es sieht gut aus für die Demokraten, aber noch könnte sich der Wind drehen (19.10.2020)

Nur noch zwei Wochen bis zum Wahltag. Beinahe 28 Millionen Stimmen wurden landesweit bereits abgegeben – das entspricht in etwa 20 Prozent der Wahlbeteiligung des Jahres 2016.1 Zeit für eine weitere Aktualisierung unserer US-Wahlprognose, voraussichtlich unsere letzte.

Für das Weiße Haus sehen wir derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent für einen Sieg der Demokraten. Bleibt also eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent für einen Sieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Nimmt man die Wahlergebnisse für US-Kongress und Präsidentschaft zusammen, so liegt die Wahrscheinlichkeit eines Rundumsiegs der Demokraten bei 53 Prozent, eines Rundumsiegs der Republikaner bei 7 und verschiedener Formen einer geteilten Regierung bei 40 Prozent. Bei einer geteilten Regierung (Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent) sprechen etwa 14 Prozent für die Beibehaltung des Status quo, also eine Wiederwahl Donald Trumps, eine Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus und eine Mehrheit der Republikaner im Senat. Die restlichen 26 Prozent entsprechen einer neuen Regierung unter Joe Biden, wobei die Republikaner zumindest in einer Kammer des Kongresses die Mehrheit erringen – hierbei spricht eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent dafür, dass die Republikaner trotz eines Siegs von Joe Biden die Mehrheit im Senat behalten, es ihnen aber nicht gelingt, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erobern.

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 https://electproject.github.io/Early-Vote-2020G/index.html

Dieser Bericht ist ausschließlich an DWS Kunden gerichtet und nicht an die Wahlbevölkerung der Vereinigten Staaten. DWS  hat nicht die Absicht, bei den bevorstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; Stand: 19.10.2020
CRC 079093 (10/2020)

Beide Seiten müssen von den Siegen Donald Trumps 2016 noch viel lernen. (08.10.2020)

Experten beschrieben die Debatte der beiden Vizepräsidentschaftskandidaten, Vizepräsident Mike Pence und Senatorin Kamala Harris, als „zivilisiert, kontrovers und nicht besonders aufschlussreich“.1 Diese Meinung teilen wir nicht. Schon allein ihre Normalität machte sie aufschlussreich. Große Teile der Debatte hätten zwischen beliebigen zwei Kandidaten der beiden Parteien in den letzten 36 Jahren stattfinden können. Sehr wenig von dem, was Vizepräsident Pence sagte, hätte womöglich bei einer Regierung mit beispielsweise Jeb Bush oder Marco Rubio als Präsident fehl am Platz geklungen. Was interessant ist, weil es unserer Ansicht nach zeigt, dass keine der beiden Seiten bis jetzt Lehren aus den Wahlen 2016 gezogen hat. Weder Pence noch, so scheint es zumindest immer mehr, die gesamte Wahlkampftruppe Trumps scheinen zu verstehen oder sich daran zu erinnern, wie Trump eigentlich 2016 gewonnen hat.

Damals gab es so etwas wie eine „Trump-Basis“ noch nicht. Stattdessen gab es laut einer groß angelegten Umfrage der nicht Partei gebundenen Democracy Fund Voter Study Group mindestens fünf Wähler-Cluster mit weit auseinander liegenden Ansichten zu sämtlichen Wahlkampfthemen, angefangen von Handel und Wirtschaft bis hin zu Rasse und Identität (siehe Chart).2 Besonders Trumps Wählerkern bei den Vorwahlen der Republikanischen Partei (die „Heimatbewahrer“) war davon überzeugt, dass das Wirtschaftssystem die reichen Eliten begünstige und forderte höhere Steuern für Wohlhabende. Seinen Sieg im Wahlkollegium verdankte Trump weitgehend wirtschaftlich und gesellschaftlich progressiven Wählern, die eine Abneigung gegenüber dem Establishment im Allgemeinen und gegen Hillary Clinton im Besonderen hatten („Anti-elitär“ – siehe Chart). Diese Wähler hofften, dass Trump die Demokraten im Kongress für Abkommen gewinnen könnte, um die Ausgaben für Infrastruktur zu erhöhen, die Wall Street unter Kontrolle zu bringen und den Klimawandel zu bekämpfen: Aber mit dieser sehr fragmentierten Wählerkoalition war es schwer zu regieren.3

Seit 2016 verliert Präsident Trump bei allen Gruppen, die bislang keine eingeschworenen Republikaner waren, ständig an Boden (vor allem bei den Zwischenwahlen).4 Covid-19 hat diese Erosion lediglich beschleunigt. All dies trägt zur Erklärung bei, warum Biden/Harris mit ihrer Wahlkampfstrategie gut positioniert sind – wenn es nicht zu weiteren Verschiebungen in letzter Minute kommt. Aber auch die Demokraten sollten über einiges nachdenken. Auch bei einem deutlichen Sieg könnten sie im Senat Sitze verlieren, da hier kleine Staaten im Vorteil sind.5 Wenn sie die Mehrheit erringen, könnte die Versuchung groß sein, die in verschiedenen Institutionen bestehende Bevorzugung der „republikanische Partei“ durch konstitutionelle Winkelzüge zu neutralisieren, zum Beispiel Washington D.C. und Puerto Rico den Status eines Bundesstaats zu verleihen. Ob nun derartige Schritte begründet sind oder nicht – sie sollten nicht von schwer vorhersehbaren Wahlüberlegungen geleitet werden. So ist keineswegs klar, dass Puerto Rico tatsächlich der Demokratischen Partei den Vorzug geben würde.6

Stattdessen müssen die Demokraten ihre Präsenz vor Ort im ganzen Land wieder weiter aufbauen. Der sich anbahnende Tsunami der Demokraten bei den Gouverneurswahlen in den US-Bundesstaaten könnte sich in der Tat als das in diesem Wahlzyklus größte, zu wenig beachtete Ereignis herausstellen. Senat und Wahlkollegium sind jedenfalls mit voller Absicht so angelegt, dass sich auch die Stimmen der Wähler in den kleinen Bundesstaaten Gehör im weit entfernten Washington verschaffen können. Die Trump-Revolte hat die Strategen der Clinton-Wahlkampagne 2016 gerade deshalb so überrascht, weil sie besonders in den kleinen Städten, den kleinen Bundesstaaten und dem ländlichen Amerika weit ab von den pulsierenden Geschäfts- und Kulturzentren des Landes am stärksten war.

Als dieser Blog-Beitrag verfasst wurde, sah es so aus, als ob die Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten die letzte in diesem Wahlkampf sein könnte. Nach einer Serie schlechter Umfragewerte für die Republikaner könnte der Verlauf des restlichen Rennens jetzt vorgegeben sein. Nach dem Covid-19-Ausbruch im Weißen Haus haben wir unsere (zuletzt im August aktualisierten) Wahrscheinlichkeitsratings erneut überprüft. Im Lauf der nächsten Woche wollen wir das Ergebnis veröffentlichen. In der Zwischenzeit finden Sie auf unserer Webseite dws.com unter US-Wahl 2020 zusätzliche Informationen und Sichtweisen zu diesem und anderen Themen. So viel sei schon verraten: Die Wahrscheinlichkeit, dass Präsident Trump (oder ein anderer Republikaner) die Präsidentschaft gewinnt, könnte (von derzeit 35 Prozent) weiter schwinden. Dagegen könnte die Wahrscheinlichkeit eines Rundumsiegs der Demokraten, bei dem die Demokratische Partei sowohl die Präsidentschaft als auch die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses gewinnt, von derzeit 42 Prozent weiter steigen, möglicherweise auf über 50 Prozent.

Politische Standortbestimmung von Trumps Wählerschaft

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Die Achsen nähern sich der Position des medianen Trump-Wählers bei der  Präsidentschaftswahl 2016 in jedem Cluster, jeweils im Verhältnis zueinander.
Quellen: Democracy Fund Voter Study Group, DWS Investment GmbH; Stand: 08.10.2020

 

1 https://www.latimes.com/opinion/story/2020-10-07/pence-harris-debate

2 https://www.voterstudygroup.org/publication/the-five-types-trump-voters

3 https://www.cato.org/publications/commentary/5-types-trump-voter-how-fractured-coalition-can-lead-broken-promises#related-content

4 https://www.dws.com/de/insights/cio-view/makro/was-fuer-die-us-wahl-wichtig-ist/

5 https://fivethirtyeight.com/features/the-congressional-map-is-historically-biased-toward-the-gop/

6 https://www.politico.com/news/magazine/2020/09/09/puerto-rico-statehood-politics-democrats-republicans-senate-409191 

Dieser Bericht ist ausschließlich an DWS Kunden gerichtet und nicht an die Wahlbevölkerung der Vereinigten Staaten. DWS hat nicht die Absicht, bei den anstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; Stand: 08.10.2020
CRC 078896 (10/2020)

US-Wahlen 2020: Auswirkungen auf Immobilien (06.10.2020)

Gerne stellen wir unseren Lesern im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl im November diesen Spezialbericht zur Verfügung. In den letzten Monaten haben die Kandidaten ihre Vorschläge zu Änderungen in der Steuergesetzgebung, bei den Staatsausgaben, der Einwanderungspolitik und in anderen Politikbereichen näher erläutert. Während sich einige davon über Ausführungsverordnungen und die Ernennung von Behördenmitarbeitern umsetzen lassen, müssten für viele weiterreichende Vorschläge Gesetze geändert werden – was sich als problematisch erweisen könnte, wenn nicht eine der beiden Parteien die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, dem Senat und dem Repräsentantenhaus, erringt. 

Die wichtigsten Ergebnisse unseres Berichts:

  • Die Auswirkungen von Wahlen auf nationaler Ebene auf Immobilien werden generell überschätzt.
  • Für uns kommen am Wahltag zwei differenzierte Ergebnisse in Frage: ein Sieg der Demokratischen Partei auf ganzer Linie und alles andere. Obwohl wir weit davon entfernt sind, ein bestimmtes Ergebnis zu favorisieren oder zu befördern, gehen wir davon aus, dass ein Rundumsieg der Demokraten gravierende politische Änderungen bedeuten würde. Bei einer „geteilten“ Regierung oder einem Rundumsieg der Republikaner rechnen wir weitgehend mit einer Fortschreibung des Status quo.
  • Eine andere politische Marschrichtung nach den Wahlen 2020 kann sich auf bestimmte Immobilienbranchen oder -märkte auswirken, weitreichende Folgen für den Immobilienmarkt insgesamt sind aber eher unwahrscheinlich.
  • Von größerer Bedeutung für Immobilienanleger werden zyklische Überlegungen wie das Tempo der wirtschaftlichen Erholung und langfristige Trends (wie E-Commerce) sein. Immobilienanleger sollten auch die Auswirkungen von Wahlen auf bundesstaatlicher und kommunaler Ebene berücksichtigen, etwa in Fragen der Grund- und Immobiliensteuern oder der Mietgesetzgebung.

Lesen sie hier den kompletten Bericht (in Englisch).

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Simon Wallace
Co-Head of Real Estate Research & Strategy
Kevin White
Co-Head of Real Estate Research & Strategy

Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. DWS hat nicht die Absicht, bei den anstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. DWS hat nicht die Absicht, bei den bevorstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben.

DWS Investment GmbH; Stand: Oktober 2020
CRC 078850 (10/2020)

Unterschiedliche Ansichten auf ESG-Strategien in der USA (01.10.2020)

Die Republikanische und Demokratische Partei sehen Fragen aus dem Bereich ESG völlig unterschiedlich.

Beim Umgang mit dem Klimawandel und ESG-Themen insgesamt legen Republikaner und Demokraten unterschiedliche Einschätzungen und damit auch Lösungsvorschläge vor.

Auf der einen Seite treten die Demokraten für eine ehrgeizige Grüne Agenda ein, während Präsident Trump auf der anderen Seite viele Aspekte der unter der Regierung Obama angestoßenen grünen Initiativen zurückfährt oder umkehrt. Hierzu gehört die im Juni 2017 angekündigte Entscheidung, aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten, im Oktober 2017 wurde der von der Obama-Regierung zur Bekämpfung des anthropogenen Klimawandels verabschiedete Clean Power Plan zurückgenommen und die Kompetenzen der US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) stark beschnitten – die Zahl der von ihr strafrechtlich verfolgten Umweltsünder ist auf den niedrigsten Stand der letzten 30 Jahre gesunken.1 Dies ist zusätzlich zu einer Reihe von Beschlüssen des US-Arbeitsministeriums, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien gegen die Treuhandpflicht verstoßen könnte. Zudem entschied die amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC, Aktionärsrechte zu verbessern und so zusätzliche Hürden für Investitionen im Einklang mit ESG-Kriterien zu errichten.2

Nach unseren Erwartungen dürfte eine Wiederwahl von Präsident Trump den Status quo aufrecht erhalten – kaum etwas verweist auf Bemühungen, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu fördern. Wir erwarten vielmehr, dass die Regierung alles tun wird, um Gesetzte zu verhindern, die der fossilen Brennstoffindustrie schaden könnten, um so den Status der Vereinigten Staaten als den weltweit größten Produzenten von Erdöl und Erdgas zu bewahren.3 Zu Beginn dieses Jahres hat der Präsident in der Tat seine Absicht kundgetan, Umweltschutzgesetze zu lockern, um den Bau von Straßen und Pipelines zu ermöglichen.4

Ein Sieg der Demokratischen Partei auf ganzer Linie, also sowohl in der Exekutive als auch in der Legislative, würde dagegen die Wiedereinführung vieler, wenn auch nicht aller, Umweltschutzgesetze der Obama-Regierung bedeuten sowie eine sofortige Verfügung, dem Pariser Klimaabkommen wieder beizutreten. Diese Wende in der Legislative würde von ESG-Kriterien geleiteten Investitionen starken Rückenwind bieten. Profitieren dürften die Bereiche erneuerbare Energien, Baustoffe und E-Mobilitätstechnologien im Verkehrssektor. Defensive und langfristige Wachstumswerte wären ebenfalls gut positioniert, um diesen einschneidenden Veränderungen zu trotzen. Risiken in diesem Szenario eines demokratischen Rundumerfolgs wären unter anderem geringeres US-Gewinnwachstum, das durch höhere Unternehmenssteuersätze geschwächt werden könnte. Traditionelle fossile Brennstoffunternehmen könnten mit einer aggressiveren Gesetzgebung zur Kohlendioxidreduzierung konfrontiert werden.

Somit besteht eine klare Abgrenzung zwischen Republikanischer und Demokratischer Partei in ihrer jeweiligen Position im Umgang mit dem Klimawandel und der ESG-Thematik insgesamt. Die Demokraten stellen die Klimaneutralität in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs, während die republikanische Regierung sämtliche Initiativen beschränkt, die die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft und besonders des fossilen Brennstoffsektors bedrohen könnten.5

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* Ausgehend von den registrierten Wählern; Umfrage bei US-Erwachsenen vom 27.07.bis 02.08.2020
Quelle: "Wichtige Fragen bei der Wahl 2020." Pew Research Center, Washington, D.C. (13. August 2020) https://www.pewresearch.org/politics/2020/08/13/important-issues-in-the-2020-election/

1 Associated Press News (Januar 2019). EPA criminal action against polluters hits 30-year low (Strafrechtliche Verfolgung von Umweltsündern durch EPA auf niedrigstem Stand seit 30 Jahren)
2 US-Arbeitsministerium (April 2018) Field Assessment Bulletin No. 2018-01; US-Arbeitsministerium  (Juni 2020). US-Arbeitsministerium schlägt neue Regelung zu Anlegerpflichten & SEC vor (Dezember 2019). Vorschlag: Amendments to exemptions from the proxy voting advice (Änderungen zu den Ausnahmeregelungen der Stimmrechtsberatung)
3 BP Statistical Review (2019)
4 Weißes Haus (9. Januar 2020). Anmerkungen von Präsident Trump zu den Proposed National Environmental Policy Act Regulations (Vorgeschlagenen Regelungen zum US-Umweltgesetz)
5 https://democrats.org/where-we-stand/the-issues/environment/

Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. DWS hat nicht die Absicht, bei den anstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; Stand: 29.09.2020
CRC 078655 (09/2020)

Erste US-Wahldebatte: Chaotisch, aber nicht der Wendepunkt auf den manche gewartet haben dürften (30.09.2020)

Während FOX News die Diskussion als "voller feuriger Wortgefechte, Beleidigungen" bezeichnete, fand CNN es "eine absolut schreckliche Debatte". Jeder Wähler, der auf ein paar Fakten zur Hilfe bei der Wahlentscheidung gehofft hatte, dürfte schwer enttäuscht worden sein. Diskussionen über besonders sensible Themen wie die Covid-19-Pandemie, die Verfassung des US-Gesundheitswesens oder die Steuerreform endeten in Wortduellen. Moderator Chris Wallace hatte sichtlich Schwierigkeiten, die Debatte in den Griff zu bekommen. In den kurzen Momenten, in denen es um substantielle Inhalte ging, konnte Biden einige wenige klare Standpunkte darlegen. Unter seiner Präsidentschaft würde die Reform der Unternehmenssteuern von Trump teilweise zurückgenommen und der Steuersatz auf 28% erhöht werden. Präsident Trump sprach sich unterdessen für "... kristallklares Wasser und saubere Luft" aus.

Aktuell sehen wir keinen Grund, unsere Wahlwahrscheinlichkeiten zu ändern. Zum einen war es die erste von drei Debatten. Während die Kontrahenten jeweils ihre eigenen treuen Anhänger vermutlich begeistern konnten (Trump wahrscheinlich noch mehr als Biden), scheint es unwahrscheinlich, dass sie in dieser Diskussion darüber hinaus noch viele Wählerinnen und Wähler überzeugt haben. Die Wahrscheinlichkeiten auf der Wettplattform "PredictIt"verschoben sich unmittelbar nach der Debatte leicht zu Gunsten von Joe Biden. Aus der Marktperspektive ist die Aussicht auf höhere Unternehmenssteuern sicherlich keine erfreuliche Nachricht, die Märkte scheinen das aber langsam schon in den Aktienbewertungen zu berücksichtigen.


Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. DWS hat nicht die Absicht, bei den anstehenden Wahlen für ein bestimmtes Ergebnis zu werben. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; Stand: 30.09.2020
CRC 078652 (09/2020)

US-Infrastruktur und die Wahlen 2020: Evolution oder Revolution? (29.09.2020)

Der US-Infrastrukturmarkt erweist sich 2020 trotz Covid-19 stabil – bislang wurden Finanzierungsverträge für Transaktionen über 217 Milliarden Dollar abgeschlossen.1 Infrastrukturinvestoren scheinen sich weniger Gedanken um die Makrokonjunktur machen zu müssen, wenn sie an den Markt gehen – das könnte sich aber in einer anderen politischen Landschaft ändern. Die US-Präsidentschaftswahl könnte ein Schlüsselmoment für die künftigen Strategien von US-Infrastrukturinvestoren sein.

Heute ist der US-Infrastrukturmarkt einer der größten weltweit.2 Historisch geht der größte Teil der Kapitalflüsse in den Energiesektor, wobei die meisten Transaktionen in den Bereichen Midstream3, Flüssigerdgas, Stromversorger und erneuerbare Energien abgeschlossen werden. Durch den US-Kommunalanleihenmarkt als wettbewerbsfähige Finanzierungsquelle fließt in US-Transport- und Infrastrukturprojekte nur beschränkt privates Kapital, im Gegensatz zu den Märkten anderer Industrienationen, beispielsweise in Europa.

In den nächsten zehn Jahren entsteht im US-Transport- und Infrastrukturbereich eine Investitionslücke von 2 Billionen Dollar, da anstehende Instandhaltungsarbeiten aufgrund niedriger staatlicher Investitionen verschoben wurden, sodass der Zustand der US-Infrastruktur nach Einschätzung der American Society of Civil Engineers (Berufsverband der Bauingenieure in den USA) "meistens unter Standard" liegt.4

Diese Lücke blieb auch den Anlagestrategen nicht verborgen. In den letzten Jahren wurde immer wieder versucht, durch den Abbau von Barrieren für privates Kapital Infrastrukturprojekte zu unterstützen. Einzelne US-Staaten haben Public Private Partnerships (PPPs)5 zugelassen, aber bislang wurden nur vereinzelte Projekte verwirklicht.

Sollte die Republikanische Partei bei der anstehenden US-Präsidentschaftswahl gewinnen, dürften Infrastrukturinvestitionen bei der Unterstützung des wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Covid-19-Pandemie eine besonders große Rolle spielen. Wir rechnen aber eher mit einer graduellen Entwicklung und einem stufenweisen Übergang zu sauberer Energie, den Marktkräfte einleiten und nicht die Politik; immerhin haben erneuerbare Energiequellen nach und nach die Netzparität erreicht.

Bei einem Sieg der Demokratischen Partei könnte der Übergang zu sauberer Energie und erneuerbaren Energiequellen schneller erfolgen, beispielsweise durch die Einführung einer CO2-Steuer. In der Folge dürfte mehr in Netze, Batteriespeicher und eine stärkere Förderung der Elektrifizierung des Verkehrs investiert werden, um CO2-Emissionen schneller zu reduzieren und eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu unterstützen.

Heute scheint klar zu sein, dass einige Megatrends, besonders die Digitalisierung, Infrastrukturinvestitionen in Zukunft zunehmend unabhängig von den Wahlergebnissen an Bedeutung gewinnen dürften. Auch die Nachfrage nach Konnektivität und Datenvolumen beschleunigt sich weiterhin und verbessert die Aussichten für Investitionen in Glasfaser und Datenzentren.

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Quelle: Infrastructure Journal database; Stand: 27.08.2020

1 Infrastructure Journal-Datenbank; Stand: 18.09.2020
2 Nach der Information News-Datenbank zu abgeschlossenen Infrastrukturtransaktionen; Stand September 2020
3 "Midstream" beschreibt eine der drei Hauptkomponenten der Erdöl- und Gasindustrie und umfasst Verarbeitung, Lagerung, Transport und Vermarktung von Öl, Erdgas und Flüssigerdgas.
4 ASCE, Infrastructure Report Card 2017
5 Hierbei handelt es sich um eine Vereinbarung zur – in der Regel längerfristigen – Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehreren öffentlichen und privaten Sektoren.

Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

DWS Investment GmbH; Stand: 22.09.2020
CRC 078598 (09/2020)

US-Wahlen 2020: Alles scheint offensichtlich, sobald man die Antwort kennt

Die bevorstehenden US-Wahlen dürften als die wichtigsten Wahlen seit 1980 in die Geschichte eingehen.

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Was sind die Themen der Kandidaten? – Es geht um viel!

Die Welt blickt gebannt auf die kommenden US-Wahlen. Selten war in den letzten Jahrzehnten die politische und wirtschaftliche Lage von so starken Unsicherheiten geprägt wie derzeit. Selten stand so viel auf dem Spiel. Selten waren die beiden Bewerber konträrer.

Hier finden Sie einen detaillierten Überblick über die Themen und Vorschläge der beiden Bewerber.

Donald Trump

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und sein loyaler Vizepräsident Mike Pence

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Joe Biden

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und seine furchtlose Unterstützerin Kamala Harris

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Wirtschaft

Niedrige Steuern, weniger Vorgaben, America first

  • Trump ist gegen Steuererhöhungen. Er hat während seiner Amtszeit im Jahr 2017 die Steuern gesenkt – bei der Unternehmensbesteuerung von 35 auf 21 Prozent und hält Steuerhöhungen für wachstumshemmend.

  • Ist ein großer Anhänger der Deregulierung. Diese Politik will er grundsätzlich fortsetzen. Allerdings setzt auch er in Zeiten der Covid-19-Krise auf Konjunkturprogramme.

  • In der Handelspolitik ist das Primat von Trump, dass sich diese hauptsächlich an den wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Interessen der USA orientieren müsse. Er will Industrieproduktionen verstärkt in die USA zurückverlagern.

Höhere Steuern, umweltfreundliche Wirtschaftspolitik, Schutz der heimischen Industrie

  • Möchte den Mindestlohn auf 15 Dollar pro Stunde anheben. Derzeit liegt er bei 7,25 Dollar.

  • Errichtung einer modernen, umweltfreundlichen Infrastruktur. Für einen Zeitraum von vier Jahren sollen zwei Billionen Dollar zur Verfügung gestellt werden.

  • Hat ein 700 Milliarden Dollar schweres „Made-in-America-Programm“ vorgestellt, mit dem die heimische Industrie unterstützt werden soll. Im Zuge seiner Industriepolitik sollen beispielsweise wiederaufladbare Batterien und Elektroautos verstärkt in den USA hergestellt werden.

  • Biden möchte das Steueraufkommen erhöhen. Dazu soll der Steuersatz in der Unternehmensbesteuerung von 21 auf 28 Prozent erhöht werden. Der Spitzensatz bei der persönlichen Einkommensteuer soll leicht auf 39,6 Prozent (derzeit 37 Prozent) angehoben werden.


Handel und Zölle

Scharfer China-Kritiker - stellt viele internationale Abkommen in Frage

  • Trump hat Strafzölle auf chinesische Produkte eingeführt.

  • Hat sich aus internationalen Handelsabkommen wie der Transpazifischen Partnerschaft zurückgezogen. Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen, das seiner Beurteilung nach schlechteste jemals abgeschlossene Handelsabkommen, hat er neu verhandelt.

  • Liegt auch mit der EU im Clinch. Nach der Androhung von Strafzöllen auf Autoimporte aus Europa laufen die Verhandlungen zu einem neuen Handelsabkommen.

Globale Handelsabkommen, kritische Haltung gegenüber China

  • Ist ein Anhänger eines liberalen Handelssystems und Kritiker der von Trump verhängten Strafzölle.

  • Kritische Haltung gegenüber China. Teilt die Auffassung von Trump, dass China internationale Handelsabkommen verletzt und geistiges Eigentum (Urheberrechte, Patente, Markenrechte) nicht respektiert.

  • Ist Handelsabkommen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen.


Klimawandel

Klimaschutz keine Priorität

  • Macht sich für den Ausbau der fossilen Energiegewinnung stark.

  • Beabsichtigt die Regulierungen im Umweltschutzbereich rückgängig zu machen und mehr in klassische Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Flughäfen zu investieren.

  • Hat das Pariser Klimaabkommen gekündigt. Wirksam wird der Rückzug erst nach der Präsidentschaftswahl.

Klimaschutz ein wichtiges Ziel

  • Biden ist dafür, die Emissionen stark zu verringern und in moderne, umweltfreundliche Infrastruktur zu investieren. Er beabsichtigt dafür zwei Billionen Dollar in vier Jahren auszugeben.

  • Unterstützt das Ziel, dass die USA bis zum Jahr 2050 CO2-neutral wirtschaften.

  • Er möchte dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten.


Außenpolitik

Bevorzugt bilaterale Abkommen

  • Hat die politischen Beziehungen zu China bilateral eskaliert und massive Einschränkungen gegen chinesische Technologieunternehmen verhängt, die auch in den USA tätig sind.

  • Hat mehrfach die Bedeutung der NATO angezweifelt und überlegt, die Mitgliedschaft zu beenden.

  • Hat das Nuklearabkommen verlassen, das zwischen den USA, dem Iran, den Europäern und Russland verhandelt wurde.

Setzt auf die internationale Staatengemeinschaft

  • Favorisiert multilaterale anstatt bilaterale Abkommen, mit denen er unter anderem auch Druck auf China ausüben möchte.

  • Setzt auf verstärkte internationale Zusammenarbeit, wie die Unterstützung der NATO und den Wiedereinstieg in das Nuklearabkommen mit dem Iran.

  • Sieht die Gefahr, dass autoritäre Staaten immer mehr das Sagen bekommen, wenn sich die USA aus ihrer globalen Führungsrolle zurückziehen.


Gesundheitswesen

Kritiker der derzeitigen gesetzlichen Krankenversicherung

  • Ist gegen die von Obama eingeführten Änderungen in der Krankenversicherung.

  • Wollte ein eigenes Konzept für ein besseres, kosteneffizienteres System vorlegen, was bislang nicht geschehen ist.

  • Beabsichtigt die Voraussetzungen für den Anspruch auf staatliche Krankenversicherungsleistungen zu verschärfen.


Beabsichtigt den Schutz durch gesetzliche Krankenversicherungen auszubauen

  • Unterstützt im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung den von Präsident Obama eingeführten Patient Protection and Affordable Care Act (Obamacare).

  • Biden möchte innerhalb von zehn Jahren 750 Milliarden Dollar staatliche Unterstützung zuschießen. Finanziert werden soll das unter anderem durch Steuererhöhungen für Wohlhabende.

  • Setzt sich für eine Ausweitung von staatlichen Gesundheitsleistungen für ärmere Bürger ein.

Quelle: Reuters Reporting, 10. August 2020

Wer liegt vorne – Biden oder Trump? Die aktuellen Umfragewerte zur US-Wahl:

Sagen Sie uns Ihre Meinung: Wenn Trump gewinnt, wie wirkt sich das auf den S&P 500 aus?

Wer zog mit welcher Mehrheit ins Weiße Haus ein?

Welche Staaten sind Hochburgen welcher Partei? Übersicht zur frühzeitigen Stimmabgabe und ein Rückblick bis ins Jahr 2000

US-Wahl – Vorwahlen (Start am 18.09.)

Hochburgen der Demokraten

Hochburgen der Republikaner

US-Präsidentschaftswahl 2016 Ergebnisse

US-Präsidentschaftswahl 2012 Ergebnisse

US-Präsidentschaftswahl 2008 Ergebnisse

US-Präsidentschaftswahl 2004 Ergebnisse

US-Präsidentschaftswahl 2000 Ergebnisse

Sagen Sie uns Ihre Meinung: Wenn Biden gewinnt, wie wirkt sich das auf den S&P 500 aus?

Die Kandidaten im Überblick

Donald Trump

45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

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Geboren:

14. Juni 1946

Studium:

University of Pennsylvania, B.S., 1968

Ehefrauen:

Melania Trump (verh. 2005); Marla Maples (verh. 1993-1999); Ivana Trump (verh. 1977-1992)

Religion:

Presbyterianisch

Kinder:

Donald Jr. (Sohn von Ivana), Ivanka (Tochter von Ivana), Eric (Sohn von Ivana), Tiffany (Tochter von Marla) und Barron (Sohn von Melania)

Bisherige Berufe:

Präsident, Trump Organisation, 1971-2017
reality Show NBC´s "The Apprentice", 2004-2015

Quellen: CNN Sans ™ & © 2016 Cable News Network

Joe Biden

Ehemals Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika

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Geboren:

20. November 1942

Studium:

University of Delaware, B.A., 1965; Syracuse University Law School, J.D., 1968

Ehefrauen:

Jill Biden, Neilia Biden (gestorben)

Religion:

Römisch katholisch

Kinder:

Beau (gestorben, Sohn von Neilia), Naomi (gestorben, Tochter von Neilia), Hunter (Sohn von Neilia) und Ashley (Tochter von Jill)

Bisherige Berufe:

Senator von Delaware, 1973-2009;
New Castle County Council in Delaware, 1970-1972

 

Michael Richard Pence

Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika

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Geboren:

7. Juni 1959

Studium:

Indiana University School of Law (J.D., 1986);
Hannover College, Indiana (B.A., 1981)

Ehefrau:

Karen Pence

Religion:

Evangelikaler Christ

Kinder:

Audrey Pence, Charlotte Pence Bond, Michael Pence

Bisherige Berufe:

Gouverneur von Indiana, 2013-2017;
Abgeordneter für den Bundesstaat Indiana, 2001-2013

Sources: ThoughtCo., ©2020 Encyclopædia Britannica, Inc.

Kamala Devi Harris

Abgeordnete für Kalifornien im US-Senat

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Geboren:

20. Oktober 1964

Studium:

University of California Hastings College of Law (J.D., 1989);
Howard University (B.A., 1986)

Ehemann:

Douglas Emhoff

Religion:

Baptistin

Kinder:

Stiefmutter von Ella Emhoff und Cole Emhoff

Bisherige Berufe:

Generalstaatsanwältin des Bundesstaates Kalifornien, 2010-2017;
Bezirksstaatsanwältin von San Francisco, 2004-2011;
Stellvertretende Bezirksstaatsanwältin von Alameda county, Kalifornien, 1990-98

Ablauf der Präsidentschaftswahl

Ein kurzer Überblick über die relevanten Daten bis zur Amtseinführung des nächsten Präsidenten

                                                                                                                                                                    Quellen: www.us-wahl-2020.com; RND Deutschland GmbH

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