26. Apr 2021 Nachhaltigkeit

Langsamer altern und länger fit bleiben

Kollagen ist ein Nebenprodukt unserer Vorliebe für Fleisch. Die Wiederverwertung des Proteins lohnt sich, denn in unserem Körper spielt es eine sehr nützliche Rolle.

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Was haben straffe Haut, glänzendes Haar, stabile Knochen, starke Muskeln und gut heilende Wunden mit einem frischen Steak oder einer Scheibe Aufschnitt zu tun? Direkt oder indirekt kommen sie alle vom selben Lieferanten: Vom Rind, Schwein, Schaf oder Huhn, das für unseren Fleischkonsum geschlachtet wird. Doch landet nur rund die Hälfte des jeweiligen Schlachttieres in den Fleisch- und Wursttheken. Der Rest sind Nebenprodukte wie das vielseitige Kollagen.[1]

Ohne dieses Strukturprotein des Bindegewebes würde unserem Körper etwas sehr Wichtiges fehlen. Es steckt in Knochen, Sehnen, Haut, Knorpel, Blutgefäßen sowie Zähnen und macht rund ein Drittel der Gesamtproteinmenge in unserem Körper aus. Kollagenfasern sind unsere kleinen „Bodybuilder“, denn sie können Gewichte bis zum Zehntausendfachen ihres Eigengewichtes tragen – aber eben auch noch viel mehr.[2] Kein Wunder also, dass sich Unternehmen auf die Weiterverwertung von Schlachtnebenprodukten spezialisiert haben, um diesen kostbaren Stoff aus Knochen, Sehnen und Häuten zu gewinnen.

Hersteller haben mittlerweile eigene Marken entwickelt, um Kollagenpeptide als festen Bestandteil einer gesunden Ernährung zu vermarkten.

Mit Müslimischungen gegen Falten und stumpfes Haar

Nicht nur die größer werdende Gruppe an älteren Menschen ist eine der wichtigen Kundengruppen für Kollagenprodukte. Auch jüngere Menschen, die schönheits- und körperbewusst sind, interessieren sich für Nährstoffkosmetik. Dabei wird Kollagen gezielt eingesetzt, um die Faltenbildung der Haut hinauszuzögern, das Haar zu stärken und die Knorpelmasse in den Gelenken zu verbessern. Gehen wir laufen oder Rad fahren und führen mit unseren Gelenken über längere Zeit immer wieder dieselben Bewegungen aus, soll ein kollagengestärktes Muskelskelett weniger schnell verschleißen. Sport soll somit bis ins hohe Alter besser möglich sein.

Hersteller haben mittlerweile eigene Marken entwickelt, um Kollagenpeptide als festen Bestandteil einer gesunden Ernährung zu vermarkten. Neben vielen anderen Produkten sind bestimmte Müslimischungen, die den Alterungsprozess verlangsamen sollen und die einst in Japan ihre Premiere feierten, nun auch bei uns erhältlich. Den Trend setzen die Länder im Asien-Pazifik-Raum, die 2019 einen Weltmarktanteil von 52 Prozent ausmachten.[3]

Kollagen wird zum Lebensretter im OP und im Alltag

Wird Kollagen zu Gelatine weiterverarbeitet, ergeben sich daraus weitere Verwendungszwecke — etwa im medizinischen Bereich in Form von blutstillenden Schwämmen. Sie werden bei großen Operationen, aber auch in der Zahnchirurgie eingesetzt, um den Blutfluss einzudämmen. Dafür verbleiben sie oftmals im Körper, der sie während des Wundheilungsprozesses innerhalb von drei bis vier Wochen restlos abbaut. Diese Schwämme können Herstellerangaben zufolge 40 bis 50 Mal ihr Gewicht an Blut aufsaugen. Der Klebstoff im Blut, das Fibrin, bildet durch sie möglichst schnell ein Netz und das Blut gerinnt.

Doch sind die spezialisierten Gelatine-Schwämmchen nicht nur für große Einsätze gefragt. Auch im Alltag können sie in kritischen Momenten für Entspannung sorgen: Beispielsweise wenn eines der Kinder mit einem blutenden Knie weinend vom Fußballtraining kommt oder der Mann morgens unter Zeitdruck den Rasierer zu schwungvoll ansetzt.

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1. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-13-2011/schlachtnebenprodukte-abfall-oder-wertstoff

2. https://www.altmeyers.org/de/innere-medizin/kollagene-111966

3. https://www.datamintelligence.com/research-report/nutricosmetics-market

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