23. Apr 2021

Jeder Tropfen Wasser zählt

Wir müssen unser Wasser schützen, bevor es knapp wird. Künstliche Intelligenz und moderne Bodenfilter in dichten Siedlungsgebieten können dabei helfen.

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Sind Sie im Wasserstress? Gefühlt waren Sie es vielleicht schon. In den vergangenen Sommern, als wir wegen Hitze und Dürre auch in Deutschland den Garten nicht mehr bewässern oder das Auto nicht mehr waschen durften. Das dürfte aber nur eine erste Ahnung gewesen sein. Wirklicher  Wasserstress bedeutet: Kein Wasser zu haben, weil zu wenig davon verfügbar ist oder weil das verfügbare Wasser zu verschmutzt ist, um es zu trinken.

Laut der UN leben vier Milliarden Menschen in Gegenden, in denen sie mindestens für einen Monat im Jahr dieser Art von Wassermangel ausgesetzt sind.[1] Und rund 1,6 Milliarden Menschen sind mit Wasserknappheit konfrontiert, obwohl Wasser prinzipiell vorhanden ist, aber die Infrastruktur fehlt, um es anzuzapfen. Kein Wunder also, dass die UN eines ihrer 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) dem Wasser und der Verbesserung sanitärer Verhältnisse gewidmet hat.[2]

Künstliche Intelligenz und digitale Technik helfen den Wasserversorgern bei der detektivischen Suche nach Lecks im Rohrsystem.

Digitale Geräuschdetektoren helfen bei der Suche nach Lecks und Rissen

Die Wasserversorger der Zukunft sind mit ihrer Expertise gefragt, wenn es gilt, Trinkwasserverluste durch defekte Rohrleitungen aufzuspüren. Dabei kann es um erhebliche Mengen gehen, wie die Beispiele England und Wales zeigen: Knapp drei Milliarden Liter Wasser verschwinden dort täglich wegen maroder Rohrleitungen. Damit ließen sich 1.180 Fünfzig-Meter-Schwimmbecken füllen.[3]

Künstliche Intelligenz und digitale Technik helfen den Wasserversorgern bei der detektivischen Suche nach Lecks im Rohrsystem. Dabei registrieren intelligente Audiodetektoren bereits kleinste Geräusche im Untergrund und senden ihre Daten über das Internet der Dinge an die zentralen Server von Wasserunternehmen. So können Rohrbrüche und Risse schnell bemerkt und lokalisiert werden.

Wasser ist nicht gleich Wasser – Trink- und Brauchwasser trennen

Die Nutzung verschiedener Wasserarten zu differenzieren, hilft ebenfalls sparsamer mit der knappen Ressource umzugehen. Wasserversorger sind gefragt, um technische Lösungen zu entwickeln, die gebrauchtes Wasser gemäß der Hygiene- und Umweltanforderungen wiederverwenden — etwa für die Bewässerung von Äckern, die Brauchwasserversorgung von Industrieparks oder die Beregnung von Grünflächen.

Die Sicherung der Trinkwasserqualität ist eine weitere wichtige Zukunftsaufgabe, vor allem in dichten Ansiedlungen. Schadstoffe wie Mikroplastik, das von Reifenabrieb herrührt, und Biozide, die in Fassadenanstrichen als Schutz vor Algen und Pilzen eingesetzt werden, müssen mittels spezieller Bodenfilter aus dem Regenwasser aufgefangen werden.

Auch jeder Einzelne kann seinen Beitrag zum Wasserschutz leisten. Wenn Sie dafür noch ein paar Ideen brauchen, nehmen Sie sich kurz Zeit und ermitteln Sie hier Ihren persönlichen Fußabdruck bei der Wassernutzung.

Wasserversorger sind gefragt, um technische Lösungen zu entwickeln, die gebrauchtes Wasser gemäß der Hygiene

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Zu allen Artikeln

1. www.unwater.org/publications/un-world-water-development-report-2021/

2. https://www.un.org/sustainabledevelopment/water-and-sanitation/

3. www.bbc.com/news/business-53274914

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