Im Fokus: Low-Carbon-Anleihen


Mit Low-Carbon-Anleihen in Richtung Pariser Klimaschutzziel

Die Botschaft des Anfang August veröffentlichten Berichts des Weltklimarats IPCC war unmissverständlich: Werden die Treibhausgasemissionen nicht sofort, schnell und umfassend verringert, ist das Pariser Klimaschutzziel nicht mehr zu erreichen[1]. Zur Erinnerung: Bei der 21. UN-Klimakonferenz in der französischen Hauptstadt hatten sich im Dezember 2015 insgesamt 195 Staaten darauf verständigt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf „deutlich unter“ zwei Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad Celsius[2].

Grob gesagt wurde dieser Korridor definiert, um kritische Schwellenwerte – so genannte Kipppunkte – in Teilen des Klimasystems zu vermeiden, bei deren Überschreiten es zu starken und teils unaufhaltsamen und unumkehrbaren Veränderungen kommt. Zu diesen kritischen Elementen gehören die tropischen Korallenriffe, der Amazonas-Regenwald, die Permafrostböden, die Atlantikzirkulation, der grönländische Eisschild oder der Sahel-Monsun[3].

Jährlich mindestens sieben Prozent geringere Emissionen

„Sehr wertvolle Instrumente, mit deren Hilfe Vermögensverwalter zum Erreichen des in Paris vereinbarten Klimaschutzziels beitragen können, sind die so genannten Paris-Aligned-Benchmarks für Unternehmensanleihen“, sagt Bernhard Birkhäuser, Fondsmanager des DWS Invest Low Carbon Bonds. Diese Vergleichsindizes sind so konstruiert, dass sich die Treibhausgasemissionen der enthaltenen Unternehmen so entwickeln, dass die beschlossene Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius erreicht werden kann.

So muss der Ausstoß klimaschädlicher Gase nach Vorgaben der Europäischen Union um mindestens 50 Prozent unter dem breiten Markt liegen und bis 2050 jährlich um wenigstens sieben Prozent abnehmen[4]. Um diese Reduktion zu erreichen, werden die Benchmarks regelmäßig überprüft und Firmen gegebenenfalls ausgetauscht. Beim „Solactive ISS Paris Aligned Select Euro Corporate IG“ beispielsweise, dem Vergleichsindex des DWS Invest Low Carbon Bonds, finden solche Überprüfungen monatlich statt.[5]

„Diese Benchmarks stecken einen transparenten und überprüfbaren Pfad zum Erreichen des Pariser Klimaschutzziels ab. Fondsmanager treffen aber auch abseits dieser Indizes aktive Investmententscheidungen, um Chancen wahrnehmen zu können“, sagt Birkhäuser. Unternehmen, die klare Ziele für die Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen haben, können so an das für diesen Transformationsprozess nötige Fremdkapital kommen.

Dabei steht manche Branche nicht nur vor immens kostenintensiven technologischen Herausforderungen, sondern ist auch gezwungen, die Geschäftsmodelle flexibel anzupassen. So ist die Automobilindustrie derzeit mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Fahrzeuge auf elektrische Antriebe umzustellen. Sie muss gleichzeitig aber auch damit zurechtkommen, dass der Anteil des Leasing-Geschäfts deutlich gestiegen ist. Dies hat damit zu tun, dass die Einführung neuer Technologien mit Risiken hinsichtlich der Restwerte behaftet ist, die der Kunde gerne einem Leasing-Geber überlässt.

Geringes Risiko einer Blasenbildung

Was passiert aber, wenn eine Vielzahl von Anleihen-Fonds mit dem Ziel, einen Beitrag zum Erreichen des Pariser Klimaschutzabkommens zu leisten, alljährlich die Treibhausgasemissionen des Portfolios weiter absenken muss? Rutschen dann nicht alle Anbieter solcher Produkte gewissermaßen automatisch in die gleichen Anleihen? Aus Gründen der Diversifikation und der Bewertung wäre das nicht wünschenswert. „Dem lässt sich aber entgegensetzen, dass sich etwa bei in Euro ausgestellten Unternehmensanleihen mit immerhin noch 90 Prozent dieses Investmentuniversums eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 50 Prozent erreichen lässt“, sagt Birkhäuser. Noch dazu dürften seiner Ansicht nach eine ganze Reihe von Unternehmen im Verlauf von zwölf Monaten die eigenen Treibhausgasemissionen um sieben oder mehr Prozent verringern. Damit ließen sie sich langfristig auf ihrem Weg begleiten.

Diesem „Begleiten“ sind durch die Standards für Vergleichsindizes, die zum Erreichen der Klimaziele von Paris beitragen, jedoch gewisse Grenzen gesetzt. Denn da laut Europäischer Union bei einer „Paris-Aligned-Benchmark“ das Niveau der Treibhausgasemissionen um mindestens 50 Prozent unter dem breiten Markt liegen muss, lassen sich etwa die Anleihen von Automobilherstellern nur in geringer Dosierung in ein Portfolio integrieren. „Deren erfolgreiche Transformation ist aber nicht nur kapitalintensiv, sondern paradoxerweise auch einer der Schlüsselfaktoren im Kampf gegen den Klimawandel“, sagt Birkhäuser.

 

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1. https://www.ipcc.ch/2021/08/09/ar6-wg1-20210809-pr/

2. https://www.bmu.de/themen/klimaschutz-anpassung/klimaschutz/internationale-klimapolitik/pariser-abkommen

3. http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Kipppunkte%20im%20Klimasystem%20-%20Update%202019.pdf

4. https://ec.europa.eu/info/sites/default/files/business_economy_euro/events/documents/finance-events-190624-presentation-climate-benchmarks_en.pdf

5. https://www.solactive.com/wp-content/uploads/2021/08/Guideline_Solactive_ISS_Paris_Aligned_Select_Euro_Corporate_IG_Index_v1.01.pdf

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